Was ist ein Investmentfonds?
Entscheidest du dich dafür, dein Geld am Kapitalmarkt anzulegen, stehen dir eine Reihe von Möglichkeiten zu Verfügung. Eine davon ist der Investmentfonds. In den meisten Fällen kannst du bereits mit kleinen Beträgen an der Entwicklung der Wirtschaft teilnehmen. Du musst also nicht vermögend sein, um in einen Fonds zu investieren.
Hast du keine Lust, dein Geld am Kapitalmarkt selbst anzulegen, also einzelne Aktien, Anleihen oder Immobilien zu kaufen, kannst du dein Geld in einem Fonds anlegen und die Entscheidung einem Profi überlassen. Die Anlagestrategie übernimmt hier der sog. Fondsmanager. Zusammen mit einem Team sucht er nach passenden Anlagelösungen und investiert dann das Geld der Anleger. Das heißt, es wird viel Geld von vielen Anlegern gesammelt, welches der Fondsmanager dann investieren kann. Der Anleger erkauft sich also nur einen Teil des gesamten Fondsportfolio und muss dafür natürlich auch eine Gebühr an das Management bezahlen.
Fondsanteile können über die Börse gekauft und verkauft werden. Die Flexibilität ist also recht hoch.
Ein Investmentfonds ermöglicht dir also, in mehrere Unternehmen gleichzeitig zu investieren und das ohne großen Aufwand.
Für wen ist das sinnvoll?
Ein Investmentfonds ist vor allem für diejenigen sinnvoll, welche ihr Geld langfristig, also min. 7-10 Jahre, anlegen und sich nicht selbst ständig mit den Märkten und möglichen Anlageklassen beschäftigen wollen.
Beim langfristigen Vermögensaufbau kommt es auch auf die richtige Streuung an. Man sollte also nicht alles auf eine Karte setzten.
Ein guter Investmentfonds nimmt dir das ab, da er bereits in viele verschiedene Aktien investiert.
Da man bereits mit wenig Geld in einen solchen Fonds einsteigen kann, hat so gut wie jeder die Chance, an Aktiengewinnen langfristig zu profitieren.
Da Aktienkurse schwanken, ist ein langer Atem der Schlüssel zum Erfolg.
Um einen Investmentfonds zu kaufen, benötigst du nur ein Depot. Fonds-Anteile sind wie eine Aktie über die Börse handelbar. Den Zugang zur Börse erhältst du durch das Depot.
Jeder Fonds hat eine Wertpapierkennnummer (WKN), über welche sie leicht zu finden sind.
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Sondervermögen
Als Anleger übergibst du einer Fondsgesellschaft dein Geld in dem Vertrauen, dass damit ordentlich gearbeitet wird.
Allerdings kommt es auch hin und wieder vor, dass Fondsgesellschaften Pleite gehen.
Was passiert dann aber mit deinem Geld?
Mittlerweile gibt es für diese Fälle glücklicherweise gesetzliche Regelungen.
Dein Geld muss bei der Fondsgesellschaft als sog. Sondervermögen, also separiert vom Unternehmensvermögen, verwahrt werden. Dies erfolgt mithilfe von unabhängigen Depotbanken.
So fällt das Anlagevermögen, also auch dein Geld, bei einer Pleite nicht in die Insolvenzmasse.
Sollte die Depotbank und nicht die Fondsgesellschaft Pleite gehen, so werden die Fondsanteile einfach an eine andere Depotbank übertragen.
Arten von Fonds
Auf dem Kapitalmarkt gibt es verschiede Arten von Fonds. Manche haben sich auf eine Anlageklasse spezialisiert und manche investieren in unterschiedliche Assets (= Anlageklassen).
Aktienfonds
Dieser Fonds setzt, wie der Name schon sagt, auf Aktien, also auf Beteiligungen an Unternehmen.
Das heißt, je nach Analyse des Fondsmanagers, werden Aktien gekauft aber auch verkauft. Der Aktienfonds ist eine renditeorientierte Variante. Birgt dafür aber auch mehr Risiken.
Rentenfonds
Keine Sorge. Hier wird nicht mit der Rente der Anleger gezockt. Renten bedeuten im Finanzsektor nichts anderes als Anleihen. Anleihen funktionieren wie ein Kredit, der einem Unternehmen oder Staat von Investoren/Anlegern gewährt wird. Das heißt, dass du einem Unternehmen oder Staat dein Geld leihst und während einer bestimmten Laufzeit dafür einen Zins erhältst. Aufgrund der Niedrigzinspolitik haben Unternehmen und Staaten allerdings viel günstigere Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Somit ist der Zins für Anleihen aktuell eher unattraktiv. Je höher das Risiko, desto höher der Zins.
Geldmarktfonds
Ein Fonds, der sein Geld am Geldmarkt anlegt, sucht nach rentablen Fest- und Tagesgeldkonten und zählt somit eher zu den sicherheitsorientierten Fonds, die nur wenig bis keine Rendite erwirtschaften.
Vor allem für Großanleger dienen sie als vorübergehender Parkplatz, um bei nächster Gelegenheit in etwas Gewinnbringenderes zu investieren.
Immobilienfonds
Wie der Name schon vermuten lässt, investiert dieser Fonds in Immobilien. Mit dem Geld der Anleger werden Immobilien meist auf der ganzen Welt gekauft. Die Miete, welche die Immobilien abwerfen, stellt hierbei deinen Gewinn dar. Du bist also anteilig an Immobilien beteiligt. Diese Fonds sind allerdings auch am teuersten. Vorteil für dich ist, dass du keine eigene Immobilie kaufen und dich um diese kümmern musst. Beim Kauf einer Immobilie fallen immerhin auch hohe Nebenkosten, wie Grunderwerbsteuer, Notarkosten und evtl. Maklerkosten an. Diese spart man sich bei einem Immobilienfonds. Da die Kosten bei diesem Fonds vergleichsweise hoch sind und somit deine Rendite schmälert, eignet sich der Fonds meist nur zum Werterhalt.
Mischfonds
Diese Art der Fonds spezialisieren sich nicht auf eine bestimmte Anlageklasse, sondern investieren breit gestreut in den ganzen Markt. Durch die sehr hohe Streuung ist dieser Fonds eine vergleichsweise sichere Anlageform, kann dadurch aber auch nicht so viel Rendite erzielen.
Dachfonds
Ein Dachfonds setzt auf die große Streuung des Mischfonds nochmal einen drauf. Dieser Fonds investiert gleich in verschiedene andere Fonds und ist deshalb so breit gestreut, dass er zu den sichersten Fonds zählt, aber aufgrund der Kosten meist nur eine eher geringe Rendite ausweist.
Geschlossene Fonds
Bei dieser Fondsart steht im vorhinein ein fester Investitionsbetrag bzw. Fondsanteile fest, die dann von Investoren innerhalb einer bestimmten Frist eingesammelt werden. Zum Beispiel, um ein Projekt, wie eine große Immobilie, zu finanzieren. Ist dieser Betrag erreicht, werden keine neuen Anteile ausgegeben. Auch eine Rückgabe der Anteile ist nicht möglich. Während der Laufzeit erhalten die Anleger (Beispiel: Immobilie) regelmäßige Ausschüttungen durch die Mieteinnahmen. Am Ende der Laufzeit wird das Objekt verkauft und der Anleger bekommt sein Geld inkl. einer möglichen Wertsteigerung zurück.
Des Weiteren unterscheidet man, unabhängig von der Fondsart, zwischen ausschüttenden Fonds und thesaurierenden Fonds.
Der ausschüttende Fonds schüttet seine Gewinne immer zu einem Stichtag an dich aus. So erhältst du, je nachdem, wie viele Fondsanteile du besitzt, einen Teil vom gesamten Fondsgewinn.
Der thesaurierende Fonds schüttet die Gewinne nicht aus, sondern legt diese wieder im Fonds an.
Das bietet den Vorteil des Zinseszinseffekts, da die Gewinne deinen Fondsanteil erhöhen und somit wiederum Jahr für Jahr dein Kapital vermehren.
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Besteuerung
Seit 2018 gilt ein neues Gesetz zur Investmentbesteuerung. Alle Investmentfonds, egal ob Gewinne ausgeschüttet werden oder nicht, werden nach gleichen Regeln mit Abgeltungssteuer belegt.
Nach einer bestimmten Formel wird durch die Depotbank die Steuer ermittelt und direkt einbehalten. Du musst dich darum also nicht kümmern.
Worum du dich allerdings auf jeden Fall kümmern solltest, ist bei deiner Depotbank einen Freistellungsauftrag zu stellen.
Jeder Bürger in Deutschland hat Anspruch auf steuerfreie Kapitalerträge in Höhe von 801€ pro Jahr.
Erwirtschaftet dein Fonds einen Gewinn von 1.000€ im Jahr, sind davon 801€ steuerfrei und nur 199€ müssen versteuert werden.
Aktive vs. Passive Fonds
Der größte Unterschied der beiden Varianten besteht im Management und den Gebühren.
Ein Investmentfonds wird aktiv verwaltet. Das heißt, dass ein Fondsmanager mit einem Analyseteam versucht, den Markt zu schlagen um für den Anleger eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Das lässt sich die Fondsgesellschaft natürlich bezahlen. Die laufenden Kosten für einen aktiv verwalteten Fonds sind relativ hoch.
Ein ETF wird passiv verwaltet. Das heißt, dass hier ein Markt bzw. Index rausgesucht und abgebildet wird. Es werden nur die Aktien gekauft, die sich im Index befinden. Man partizipiert also an der Marktentwicklung, ohne zu versuchen, besser zu performen. Da hierbei keine Analyse notwendig ist, entstehen für den Anleger nur geringe Kosten.
Oft wird Rendite verschenkt, weil man sich für einen teuren Fonds entschieden hat. Zahlreiche Studien stellten zudem heraus, dass aktive Fonds den entsprechenden Markt langfristig nicht übertreffen können und vielfach schlechter abschneiden.
Genaue Informationen
Natürlich gibt es auf dem Markt tausende verschiedene Fonds, die dir alle versprechen, dass dort dein Geld richtig aufgehoben ist. Um einen Fonds richtig beurteilen zu können, kannst du dir das sog. Factsheet von jenem ansehen. Die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, dieses Factsheet zu erstellen und bietet dem Anleger damit einen guten und einfachen Überblick der Anlagestrategie und der Kosten. Es besteht zumeist nur aus wenigen Seiten und ist recht übersichtlich gestaltet.
In diesem Factsheet findest du vor allem folgende Informationen:
1. Wertpapier-Kennnummer (WKN)
Mit der Wertpapierkennnummer findest du den Fonds an der Börse.
Diese Nummer kannst du bei deinem Broker/Depotanbieter eingeben und Fondsanteile kaufen.
Die Internationale Alternative heißt ISIN.
2. Eck-/Fondsdaten
Die Fondsdaten geben dem Anleger Auskunft über Konditionen, das Gesamtvermögen des Fonds, den Rücknahmepreis eines Fondsanteils, die Fondswährung, den Fondstyp und noch einige weitere Informationen.
3. Die Wertentwicklung
In diesem Bereich kannst du die vergangene Wertentwicklung einsehen und dir ein Bild davon machen, wie der Fonds bisher gelaufen ist. Natürlich sind vergangene Werte keine Indikatoren für die zukünftige Wertentwicklung des Fonds.
4. Die Anlagestrategie
In der Anlagestrategie wird in Textform beschrieben welche Strategie mit dem Fonds verfolgt wird.
Also in was investiert wird und in was nicht. Dort werden auch Kriterien beschrieben, nach welchen die Investments ausgewählt werden. (Z.B. Ausschluss von Waffenproduzenten oder Konzernen, welchen Kinderarbeit vorgeworfen wird)
5. Die Portfoliostruktur
In der Portfoliostruktur wird, zumeist grafisch, dargestellt mit wie viel Prozent der Fonds in welcher Branche und in welchen Unternehmen investiert ist.
6. Chancen und Risiken
In diesem Bereich wirst du über die möglichen Chancen und Risiken kurz aufgeklärt.
Auch ein Risikoprofil sollte sich in jedem Factsheet wiederfinden.
Dieses ordnet den Fonds in Stufen von "geringes Risiko" bis hin zu "sehr hohes Risiko" ein.
(Natürlich steigen mit dem Risiko auch die Gewinnchancen.)
Vorteile eines Investmentfonds
- Diversifikation
Durch eine breite Streuung minimieren Fonds das Kursrisiko, welches bei einem Investment in einzelne Aktien recht hoch sein kann. - Aktives Management
Bei einem aktiv verwalteten Investmentfonds kann durch einen Fondsmanager auf mögliche Kursschwankungen reagiert werden, um Verluste zu begrenzen. Allerdings bedeutet das auch, dass durch ständiges Eingreifen auch die Rendite geringer ausfällt. Auch ein Fondsmanager muss sich zwischen Sicherheit und Rendite entscheiden oder eine gesunde Mitte finden. - Flexiblität
Fondsanteile können an der Börse (innerhalb der Handelszeiten) gehandelt werden. Somit hat der Anleger selbst die Möglichkeit, sein Investment zu liquidieren, wenn er es für richtig hält oder das Geld benötigt. - Sondervermögen
Das Eigentum der erworbenen Fondsanteile liegt bei dir. Die Fondsgesellschft muss deine Anteile getrennt vom Unternehmensvermögen verwahren. Somit ist dein Vermögen auch im Falle einer Pleite der Gesellschaft sicher.
Nachteile eines Investmentfonds
- Kosten
Wie du an obigem Beispiel erkennen konntest, musst du bei Fonds zumeist mindestens einen Ausgabeaufschlag und eine jährliche Verwaltungsgebühr bezahlen. Diese Kosten schmälern deine Rendite. - Volatilität
Aktien unterliegen Kursschwankungen. Trifft das Management schlechte Entscheidungen, kann sich das stark auf den Kurs der Fondsanteile auswirken. - Klumpenrisiko
Dieses Risiko kommt vor, wenn ein Fonds nur in einen bestimmten Markt oder eine bestimmte Branche investiert. Geht es diesem Markt oder dieser Branche schlecht, kann sich das stark auf den Kurs der Fondsanteile auswirken. - Liquiditätsrisiko
Im Falle eines starken Abverkaufs kann es sein, dass deine Fondsanteile zu einem viel niedrigeren Kurs verkauft werden. Das passiert, wenn viele Anleger auf einmal an ihr Geld wollen.
Die Fondsgesellschaft muss dann versuchen, möglichst schnell viele der Aktien zu verkaufen, um die Auszahlungen gewährleisten zu können.
Worauf solltest du achten?
Gebühren
Achte darauf, dass der Fonds nicht zu viel kostet. Besonders achten solltest du hierbei auf den Ausgabeaufschlag (= einmaliger anteiliger Prozentsatz an der Investitionssumme) und die laufenden Kosten, auch Verwaltungskosten genannt.
Beispiel: 10.000€ Investitionssumme / Ausgabeaufschlag: 3,0% / Laufende Kosten: 1,75%
Das bedeutet, dass 300€ an Gebühren direkt zu Beginn an die ausgebende Bank und jedes Jahr 1,75% an die Fondsgesellschaft gehen. Dein Fonds muss also mindestens die 1,75% erwirtschaften, um die Kosten zu decken. Bei einer Rendite von beispielsweise 6,0% gehen am Ende also noch die Kosten weg. So bleiben dir noch 4,25% Rendite übrig.
Breite Streuung
Achte bei einem Fonds unbedingt auf eine ausreichende Streuung, denn dadurch sinkt das Kursrisiko im allgemeinen. Sprich: bei 1.000 Unternehmen spielt es keine Rolle, ob eines davon Pleite geht, da die anderen 999 evtl. gut liefen. Investiert ein Fonds zum Beispiel nur in den DAX, stehen ihm dafür lediglich 30 Unternehmen zu Verfügung. Das ist etwas zu wenig.
Risiken
Sei dir der Risiken bewusst und handle nicht zu vorschnell, wenn es mit dem ETF mal nicht rund läuft.
Hast du 10.000€ investiert und am Ende des Jahres stehen im Depot nur noch 6.000€, ist das kein Grund zur Panik, denn das Geld ist erst verloren, wenn du deine Anteile verkaufst. Die Anzahl der Anteile bleibt nämlich gleich, nur der Preis hat sich aus irgendeinem Grund geändert. Dieser Grund kann die verschiedensten Ursachen haben. Jetzt heißt es durchhalten und abwarten. Profis kaufen sogar nach, da die Preise/ Kurse in solchen Phasen günstig sind.
(Achtung: Natürlich kann es sein, dass die Gründe für den Kursverlust nachhaltig sind und mit einer Erholung nicht mehr zu rechnen ist. Informiere dich also gut, bevor du verkaufst! Am Ende war es vielleicht nur eine kurzfristige Korrektur.)
Steuern
Bitte achte bei einem Verkauf darauf, dass du Kursgewinne versteuern musst.
Verkaufe also nicht vorschnell alle deine Fondsanteile, weil es mal gut läuft und du die Rendite mitnehmen willst. Ein Fonds ist für die langfristige Anlage gedacht und nicht zum Zocken.
Tipp!
Den einen perfekten Investmentfonds gibt es nicht.
Versuche einfach anhand der sog. Factsheets einen preiswerten und breit diversifizierten Fonds zu finden, der deinen Kriterien entspricht.

