Risiko: Haftpflicht

Ratgeber

 (2026)

10
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Eine Haftpflichtversicherung...
zahlt für Schäden, die du verursacht hast
versichert Personen-, Sach- und Vermögensschäden
wehrt unberechtigte Forderungen gegen dich ab
gehört zu den günstigsten und zugleich wichtigsten Versicherungen
ist grundsätzlich für jeden sinnvoll

Was ist eine Haftpflichtversicherung?

Die Pflicht zur Haftung gehört in Deutschland zu den am häufigsten auftretenden Schadensfällen.
Die Haftpflichtversicherung schützt vor Schadensansprüchen gegen dich und wehrt unberechtigte Forderungen ab.
Das heißt, dass du einen Schaden an einer Person oder einem Gegenstand verursacht hast und laut Gesetz auch dafür gerade stehen musst. So etwas kann jedem passieren.
Wenn man dann allerdings viel Geld bezahlen muss, um den Schaden wieder in Ordnung zu bringen, ist das weniger schön. Besonders, wenn man es sich dann gar nicht leisten kann, ist es für beide Parteien eine im schlimmsten Fall existenzbedrohende Situation.

Dabei geht es um simple Schäden, wie der Weinfleck auf dem Teppich der Nachbarn bis hin zu existenzbedrohenden Schäden an deinen Mitmenschen.
Vom Smart Phone des Kumpels bis hin zum Fahrradunfall mit Verletzten deckt die Haftpflichtversicherung sehr hohe Schadenssummen ab.
Kaputtes Smart Phone - Schaden: 800€
Verletzter durch einen durch dich verursachten Unfall - 2,7 Mio.€ (Schmerzensgeld, Reha, usw.)
Der Satz „Keine Sorge ich bin gut versichert.“ wird hierbei zu einem wahren Problemlöser, denn du haftest mit deinem gesamten Vermögen und Einkommen, egal ob der Schaden aus Versehen, Unachtsamkeit oder Leichtsinn verursacht wurde. Darauf sollte niemand verzichten.

Fakt ist: alle 20 Sekunden passiert in Deutschland ein Haftpflichtschaden.

Das wirft die Haftpflichtversicherung auf Rang 1 der wichtigsten freiwilligen Versicherungen in Deutschland. Glücklicherweise ist diese Versicherung bereits ab ein paar Euro im Monat erhältlich und zählt somit auch noch zu den günstigsten Versicherungen.

Tipp!

Vereinbare eine Selbstbeteiligung.
Mit einer Selbstbeteiligung kannst du den Versicherungsbeitrag senken. Sinnvoll sind etwa 150 Euro.
Ohne Selbstbehalt kannst du zwar auch kleinere Schäden bei der Versicherung melden. Allerdings kann es sein, dass der Versicherer dir kündigt, sobald der Schaden beglichen ist. Nach einem Versicherungsfall hat dieser nämlich ein Sonderkündigungsrecht.
Abgesehen davon geht es bei dieser Versicherung ja auch darum, existenzbedrohende Schäden abzusichern. 150€ kann im Notfall für gewöhnlich jeder selbst aufbringen.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Was ist alles versichert?

Personenschäden - Bricht sich jemand durch dein Handeln etwa einen Arm, zahlt die Versicherung die Behandlungskosten und auch Schmerzensgeld.

Sachschäden - Ob der neue Fernseher des Nachbarn, das Smartphone des Kumpels oder die teure Brille der Schwiegermutter beschädigt wird, einen Sachschaden, den du verursachst, musst du ersetzen. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt hierfür die Kosten, damit beschädigtes ersetzt werden kann.

Vermögensschäden - Verpasst jemand wegen eines Unfalls mit dir einen dringenden Termin und kann einen wichtigen Vertrag nicht abschließen, zahlt die Versicherung auch den entgangenen Gewinn.

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Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass deine Haftpflichtversicherung nicht einfach nur den Schaden zahlt, sondern vorher prüft, ob der Schadensanspruch überhaupt gerechtfertigt ist. Ungerechtfertigte Ansprüche werden, notfalls mittels Anwalt, abgewehrt. Darum musst du dich nicht kümmern.

In den meisten Tarifen sind zudem alle Familienmitglieder, die unter einem Dach leben, mitversichert.
Auch die Kinder sind in den meisten Tarifen bis 25 Jahre mitversichert, allerdings nur bis zum Berufsstart. Während des Studiums oder der Ausbildung gilt zumeist noch die Familienversicherung.
Das sollte man vorsichtshalber nochmal mit der Versicherung abklären und sich schriftlich bestätigen lassen.

Meistens stehen in den Verträgen Versicherungssummen von 10 Mio. bis 50 Mio. Euro.
Das klingt erstmal nach sehr viel.

Warum sind diese Summen so hoch?

Hier ein paar Beispiele für Haftpflichtschäden:

  • Ein 12 jähriger Junge fährt mit seinem Fahrrad versehentlich den Außenspiegel eines Sportwagens ab, welcher am Straßenrand parkt. Sachschaden: 1.000€
  • Beim Umzug einer Bekannten fällt dir der neue Fernseher der Bekannten herunter. Sachschaden: 3.000€
  • Ein Radfahrer fährt unachtsam auf einen Radweg und kollidiert dort mit einem entgegenkommenden Radfahrer. Dieser schlägt mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Folge: Der Radfahrer bleibt nach der Schädelfraktur querschnittsgelähmt. Reha- und Pflegekosten: 8,1 Mio. Euro

Gerade Personenschäden können schnell in die Millionen gehen, da es oft Jahre dauern kann, bis sich jemand von einem größeren Schaden erholt. In manchen Fällen erholen sich betroffene leider gar nicht. Und da du ein Leben lang haftest, bleibst du für den Geschädigten unterhaltspflichtig. Des Weiteren kommen noch Schmerzensgeldansprüche hinzu.
Deshalb sind hohe Deckungssummen wichtig!

Tipp!

Schadensfälle wie diese passieren leider jeden Tag. Wir glauben zumeist, dass es uns nicht trifft. Bis es dann doch passiert. Deshalb eine klare Empfehlung! Die Haftpflicht ist ein Must-Have.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Wofür zahlt die Haftpflicht nicht?

  • Vorsätzlich verursachte Schäden
  • Schäden aus strafbaren Vergehen
  • Geldstrafen und Schäden durch die Verletzung vertraglicher Pflichten
  • Schäden, die die Kfz Haftpflichtversicherung abdeckt
  • Verletzungen am eigenen Körper, die du dir (versehentlich) selbst zugefügt hast

Wenn dir jemand Schaden zufügt

Natürlich kann es auch vorkommen, dass dir oder deinem Eigentum jemand einen Schaden zufügt.
In diesem Fall zahlt deine Versicherung auch, wenn dein Vertrag die Klausel "Forderungsausfall" enthält.
Somit sicherst du dich gegen die Unachtsamkeit anderer ab, die vielleicht keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben und den Schaden nicht bezahlen können.
Denn die meisten können im schlimmsten Fall keine Millionenbeträge aufbringen, um dich zu entschädigen.
Mehr als 15% der Haushalte in Deutschland sind nicht haftpflichtversichert!

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Worauf solltest du achten?

Deckungssumme

Achte darauf, dass die Deckungssumme (also die Summe, bis zu welcher die Versicherung zahlt) hoch genug ist.
Summen ab 20 Mio. € sind in Ordnung. Mehr ist natürlich umso besser.

Forderungsausfall

Mit der Deckung bei Forderungsausfall bist du auch versichert, wenn andere dich schädigen und den dir entstandenen Schaden nicht begleichen können, etwa, weil sie nicht versichert sind. In diesem Fall übernimmt deine Versicherung den Schaden.

Familien und Partnerschaft

Bist du verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft, reicht eine Haftpflichtversicherung pro Haushalt. Kinder sind bis zum Ende der ersten Berufsausbildung oder einem Studium über die Eltern in einem Familienvertrag immer mitversichert. Kinder unter 7 Jahren sind nur mitversichert, wenn die Klausel "deliktunfähige Kinder" in den Bedingungen steht.

Regressansprüche

Achte darauf, dass deine Versicherung Regressansprüche mit abdeckt. Bei einem Familienvertrag solltest du beachten, dass Schadenersatzansprüche gegen mitversicherte oder im Haushalt lebende Angehörige teilweise ausgeschlossen sind. Das kann vor allem zum Problem werden, falls ein Partner den anderen versehentlich verletzt. Denn dann fordert die Kran­ken­kas­se des Geschädigten vom Unfallverursacher die entstandenen Behandlungskosten zurück und das kann bei schweren Verletzungen schnell teuer werden.

Schlüsselverlust

Wenn du diese Klausel mit in den Vertrag hineinnimmst, zahlt die Versicherung, wenn du deinen Schlüssel verlierst.
Denn dann muss oft die Schließanlage im ganzen Haus getauscht werden. Bei einem Einfamilienhaus ist das wenig sinnvoll, da man diese Kosten in der Regel selbst tragen kann. In einem Mehrfamilienhaus oder einem Bürogebäude macht das allerdings durchaus Sinn. Denn dann kann es richtig teuer werden.

Best-Leistungs-Garantie

Mit dieser Klausel erhältst du den Schutz der besten Versicherer im deutschen Markt. Wichtig wird das, wenn du einen Schaden verursacht hast und dein Versicherer dir mitteilt, dass dieser Lebensbereich nicht abgesichert sei.
Wenn du nachweisen kannst, dass ein anderer Versicherer in diesem Fall zahlt, gelten die Leistungen des anderen Versicherers auch für deinen Vertrag. Die Best-Leistungsgarantie verschafft dir gewissermaßen ein Upgrade und hebt den Ver­si­che­rungs­schutz auf das höchste in Deutschland erhältliche Niveau.
Natürlich darfst du nicht erwarten, dass der Versicherer Premium bezahlt, wenn du zuvor nur Basis gebucht hast. Es werden dazu immer ähnliche Tarife der anderen Versicherer zum Vergleich hergenommen.

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Vorgehen im Schadensfall

Hast du einen Schaden verursacht, solltest du richtig vorgehen, damit deine Versicherung den Schaden auch übernimmt. Folgendes solltest du hierfür beachten:

1. Versuche, den Schaden zu begrenzen

So kannst du im Nachhinein belegen, dass du "alles" getan hast, um den Schaden zu verringern. Zum Beispiel bei einem kleinen Feuer versuchst du dieses zu löschen, ohne dich dabei in Gefahr zu bringen und rufst ggf. die Feuerwehr.

2. Dokumentiere den Schaden

Dies hilft der Versicherung bei der Schadensabwicklung.
Denke daran, ein beschädigtes Gut auf keinen Fall wegzuwerfen. Die Versicherung kann danach, als Beweis, verlangen.

3. Melde den Schaden der Versicherung

Den Schaden solltest du schnellstmöglich (möglichst innerhalb einer Woche) der Versicherung melden.

4. Schildere den Hergang wahrheitsgemäß

Nach der Meldung bei der Versicherung erhältst du von dieser ein Formular. Dieses gilt es nun wahrheitsgemäß auszufüllen, damit die Versicherung zahlt.

Erhältst du Forderungen wie Mahnungen oder Klagen, leitest du sie direkt an die Versicherung weiter.

Ist diese Versicherung sinnvoll?

Ob eine Versicherung für dich sinnvoll ist, kannst du dir ganz einfach mit folgender Frage beantworten:

"Kannst bzw. möchtest du dieses finanzielle Risiko selbst tragen?"

Also, bist du in der Lage, im Falle eines "Schadens" diesen aus eigener Tasche zu bezahlen?
Gerade Personenschäden können so teuer werden, dass du schlimmstenfalls dein ganzes Leben haften musst.

Um den Sinn einer Versicherung berechnen zu können, müsste man vorher wissen, was die Versicherung kostet und wie oft du die Leistung später in Anspruch nimmst.
Da wir die letzte Variable nicht kennen, ist eine Berechnung unmöglich. Niemand kann vorhersagen ob eine Versicherung für dich finanziell Sinn macht oder nicht.
Auch nicht die Versicherungsgesellschaft selbst. Wir können uns also lediglich an Statistiken bzgl. der Wahrscheinlichkeit orientieren.


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