Risiko: Berufs­unfähig­keit

Ratgeber

 (2026)

15
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung...
zahlt dir jeden Monat einen fixen Betrag, wenn du aufgrund von Unfall oder Krankheit nicht mehr in deinem zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten kannst
ersetzt dir einen Teil deines Einkommens, damit du deine Lebenshaltungskosten weiter bezahlen kannst
gehört zu den wichtigsten und umfangreichsten Versicherungen
ist für jeden sinnvoll, der von seinem Arbeitseinkommen lebt

Was ist eine Berufs­unfähig­keits­versicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dich vor dem Risiko, aufgrund von Krankheit oder Unfall in deinem zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten zu können.
Dann fällt das Gehalt weg und die Unterstützung vom Staat reicht langfristig bei weitem nicht aus.
Somit ist diese Versicherung für jeden relevant, der von seinem Einkommen abhängig ist.
Da das Risiko, einmal im Leben berufsunfähig zu werden, statistisch sehr hoch ist (29%-43%), gehört die "BU" zu den wichtigsten freiwilligen Versicherungen in Deutschland.

Da du im Laufe deines Lebens mehr als 1 Mio. € verdienen wirst, ist deine Arbeitskraft ein wichtiges und wertvolles Gut, das du unbedingt schützen musst.

Im Jahr 2020 hatten in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 15,2 Millionen Personen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. ~ Quelle: Statista

Ursachen für Berufsunfähigkeit

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Was ist versichert?

Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung hast du die Möglichkeit, dein Einkommen abzusichern, um bei langer oder dauerhafter Arbeits- bzw. Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall trotzdem genug Geld zur Verfügung zu haben, um deinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.

Das heißt, dass du einen Vertrag mit einer Versicherung schließt, welche dir ab Eintritt der Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente auszahlt. Die Höhe dieser Rente vereinbarst du vorab mit dem Versicherer.

Zwischen folgenden Begriffen unterscheidet man in dieser Thematik:

Erwerbsunfähigkeit = Du kannst, aufgrund von Unfall oder Krankheit, in keinem Beruf mehr arbeiten.
Hast du zum Beispiel starke Rückenprobleme, spielt es zumeist keine Rolle, ob du im Büro oder auf dem Bau arbeitest.

Berufsunfähigkeit = Du kannst einen bestimmten Beruf nicht mehr ausüben.
Hast du aufgrund eines Unfalls oder einer Überbelastung im Job Probleme mit dem Knie, kannst du den Beruf des Bauarbeiters nicht mehr ausüben. Im Büro kannst du allerdings trotzdem arbeiten.

Arbeitsunfähigkeit = Meist nur kurzfristige Krankheit/ Verletzung
Eine Erkältung ist meist in wenigen Tagen oder Wochen wieder kuriert. In dieser Zeit zählst du als arbeitsunfähig.

Da die "BU" einer der teuersten privaten Versicherungen ist, die du mal haben wirst, stellen sich viele die Frage, ob man diese wirklich braucht oder die hohen Beiträge von durchschnittlich 50€-100€ pro Monat nicht lieber einfach sparen sollte.
In der Regel geht die Rechnung mit dem Sparen allerdings leider nicht auf.
Zunächst liegt das daran, dass dieses Risiko jederzeit eintreten könnte und du bis dahin gar nicht genug sparen konntest.
Zum anderen würde dein Erspartes evtl. nur für kurze Zeit reichen und schnell aufgebraucht sein.
Angespartes Vermögen für die Zukunft ist somit schnell weg.

Beispielrechnung
In diesem Beispiel nehmen wir an, dass deine monatlichen Fixausgaben ca. 1.500€ betragen und dir aufgrund eines Bandscheibenvorfalls ein Arzt bescheinigt, dass du deinen Beruf (körperliche Tätigkeit) für mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben kannst und das zu weniger als 50%. Vom Staat kannst du in diesem Fall keine Unterstützung erwarten, da du vielleicht nicht als Dachdecker, aber als Bürokraft arbeiten kannst.
Der Staat wird dir also eine Umschulung anraten, jedoch keine Rente auszahlen.
Eine private BU-Versicherung zahlt, sobald du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst.
In der Anfangsphase deiner Berufsunfähigkeit springt nach den 6 Wochen Entgeltfortzahlung durch deinen Arbeitgeber die Krankenkasse für dich ein.
Das Krankengeld ist allerdings etwas niedriger als dein Gehalt und wird nur maximal 78 Wochen gezahlt.
In Deutschland beträgt die durchschnittliche Dauer einer Berufsunfähigkeit etwa 3 Jahre.
In diesem Fall würde deine finanzielle Belastung weit über 50.000€ betragen.
Durch die private Absicherung verschaffst du dir ein Polster, wodurch du während der Erholungsphase keine finanziellen Sorgen haben musst.

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Wann zahlt die Versicherung?

Faustregel:

Wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nur noch bis zu 50% und für absehbar (kann durch einen Arzt bestätigt werden) mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben kannst, zahlt die private Versicherung aus.
Als berufsunfähig zählst du also bereits dann, wenn dein Arzt feststellt, dass durch die Krankheit oder den Unfall eine Arbeitsunfähigkeitsdauer von mehr als 6 Monaten bevorsteht.

Die Höhe der Privaten Rente vereinbarst du bei Vertragsabschluss.
Die Höhe der staatlichen Rente findest du in deiner Renteninformation.
(2019: durchschnittlich 830€ Brutto im Monat > Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Bitte beachte, dass die private Versicherung die Rente erst nach erfolgter Prüfung deines Falls auszahlt.
Das kann auch einige Monate in Anspruch nehmen.
Die Rente erhältst du dann natürlich rückwirkend zu dem Tag, an welchem deine Berufsunfähigkeit diagnostiziert wurde.

Wie viel kostet eine BU?

Die BU zählt mit zu den teuersten privaten Versicherungen und das hat auch seinen Grund.
Die Leistungen sind vergleichsweise hoch und die Wahrscheinlichkeit der Berufsunfähigkeit ist es ebenso.

Die Höhe des zu zahlenden Beitrags ist abhängig von folgenden Punkten:

  • Ausgeübter Beruf
  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Höhe der Rente

Staatliche Unterstützung

Wenn es dir gesundheitlich so schlecht geht, dass du gar nicht mehr arbeiten kannst, unterstützt dich der Staat finanziell.
Allerdings ist diese finanzielle Unterstützung sehr gering und die meisten werden damit vielleicht gerade einmal die Miete bezahlen können.
Der Staat sorgt in erster Linie nur dafür, dass du überlebst und im besten Fall deine Arbeitskraft wiederhergestellt wird. Deinen bisherigen Lebensstandard wirst du also wahrscheinlich nicht fortführen können.
Wirst du erwerbsunfähig, droht dir also unmittelbar die Sozialhilfebedürftigkeit.

Um überhaupt staatliche Unterstützung im Ernstfall zu bekommen, reicht der Status "Berufsunfähigkeit" nicht aus.
Solange du in einem Büro noch eine Taste drücken kannst, zählst du nicht als vollständig erwerbsunfähig.
Anspruch auf die sog. Erwerbsminderungsrente hast du nur, wenn du bereits 5 Jahre gesetzlich rentenversichert bist und innerhalb der letzten 5 Jahre mindestens 3 Jahre eingezahlt hast.
Gerade bei Selbstständigen könnte das problematisch werden.

Des Weiteren wird der Staat zunächst feststellen, ob eine Reha-Maßnahme deine Gesundheit wiederherstellen kann. Erst wenn auch das aussichtslos ist, wird die Erwerbsminderungsrente ausgezahlt.

Hierbei unterscheidet man zwischen der teilweisen Erwerbsminderungsrente und der vollen Erwerbsminderungsrente.

Welche du bekommst, hängt davon ab, wie lange du noch in irgendeinem Beruf arbeiten kannst.
Und „irgendeinem“ ist hier das Stichwort, denn nur weil du deinen Job nicht mehr ausführen kannst, heißt das nicht, dass du nicht in der Lage bist, einen anderen Beruf auszuüben.

Somit verfällt dein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente und du darfst dir einen neuen Job suchen, dich auf Reha-Maßnahmen vorbereiten und/oder eine Umschulung machen.
Alles in Allem kommt dann eine wahrscheinlich unangenehme Zeit auf dich zu, die nur dazu dient, dass du über die Runden kommst.
Ob dir der alternative Job gefällt, interessiert den Staat relativ wenig.

Und das ist der große Vorteil der Berufsunfähigkeitsversicherung.
Diese zahlt nämlich, sobald du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst.
Wenn du also nicht mehr auf dem Bau, dafür aber im Büro arbeiten könntest, bist du berufs- aber nicht erwerbsunfähig.
Der Staat zahlt somit keinen Cent. Die BU jedoch zahlt voll aus.

Ab wann zahlt der Staat?

Die teilweise Erwerbsminderungsrente erhältst du, wenn du nur max. 3-6 Stunden in irgendeinem Job arbeiten kannst.
Die volle Erwerbsminderungsrente wird dann bei 0-3 Stunden Arbeitsfähigkeit ausgezahlt.

Natürlich stehst du zu Beginn deiner Arbeits- bzw. Berufsunfähigkeit nicht mittellos da.
In nachfolgender Grafik kannst du nachvollziehen, wie du bei Krankheit oder Verletzung deinen Lebensunterhalt bestreiten wirst. Du erhältst also bis zu max. 78 Wochen etwa 90% deines letzten Nettogehaltes weiter von der Krankenkasse. Danach ist allerdings Schluss.

Unbenannt

Wie hoch sollte die Rente der BU sein?

Natürlich kannst du hierbei einfach die Höhe deines Einkommens wählen.
Mehr Sinn macht es allerdings, die Höhe der Rente im Falle der Berufsunfähigkeit an deine monatlichen Ausgaben anzupassen.
Am besten erstellst du hierzu eine Übersicht deiner monatlichen Fixausgaben.
(Miete, Essen, Kleidung, Mobilität, etc.)

  • Beispielrechnung (mtl. Ausgaben)

Miete: 570€ + Nebenkosten 130€

Essen und Kleidung: 250€

Freizeit und Mobilität: 300€

Sparen: 200€

usw.

Gesamt: 1.450€ -> Empfehlung BU: min. 1.500€

Bei Versicherungen ist die maximale Höhe der Wunschrente oft abhängig von deinem aktuellen Gehalt.
Das sind zumeist 70%-80% deines Einkommens. Möchtest du eine höhere Rente, ist dies nur in Sonderfällen möglich oder an Bedingungen wie ärztliche Untersuchungen geknüpft.
Bei der Berechnung deines monatlichen finanziellen Bedarfs solltest du Ausgaben, auf die du im Notfall verzichten könntest (Luxusausgaben), nicht mit berücksichtigen.
Es geht ausschließlich darum, im Falle der Berufsunfähigkeit dein Leben weiter finanzieren zu können.
Das spart etwas Beitrag und du hast im Monat mehr Geld zum Sparen zur Verfügung.
(Je höher deine Wunschrente, desto höher der monatliche Beitrag)
Natürlich ist es nicht verkehrt, auf deine Fixausgaben noch einen kleinen Aufschlag zu packen (s. Beispielrechnung) und eine sog. Dynamik einzubauen, welche sowohl deinen Beitrag, als auch deine Rente jährlich leicht erhöht. Das gleicht die Inflation aus.

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Worauf solltest du achten?

Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um nichts anderes als einen Vertrag mit einer Versicherung handelt.
Es ist wichtig, bei jeder Versicherung auf bestimmte Kriterien zu achten, um im Schadensfall auf keine bösen Überraschungen zu stoßen.
Hier sind die wichtigsten Kriterien zusammengefasst.

Finanzkraft und Rating des Versicherers

Es ist wichtig, dass du dich für einen Versicherer entscheidest, der die BU-Rente im Notfall auch bezahlen kann und den es in 20-30 Jahren auch noch gibt. Versicherer, die erst seit Kurzem auf dem Markt sind, solltest du meiden. Es gibt auch ein Rating zu jeder Versicherung. Danach kann man einfach im Internet suchen. Morgen & Morgen ist in der Branche ein bekanntes Analysehaus, welches für Versicherer mit hoher Qualität und guten Versicherungsbedingungen bis zu 5 Sterne vergibt.

Höhe der Rente

Viele BU-Renten sind viel zu niedrig. Achte darauf, dass du im Notfall mit der Rente deine laufenden Kosten für Familie, Wohnung, Versicherungen und Lebensmittel finanzieren kannst. Eine Haushaltsrechnung hilft dir dabei, dir einen Überblick zu verschaffen.

Brutto- und Nettobeitrag

In deinem Vertrag findest du gleich zwei Monatsbeiträge. Hierbei solltest du auf eine geringe Spanne zwischen Netto- (auch Zahlbeitrag genannt) und Bruttobeitrag achten. Zu Beginn zahlst du den Nettobeitrag. Der Anbieter kann den Beitrag allerdings bis zum Bruttobeitrag erhöhen, wenn die Versicherung zum Beispiel zu geringe Gewinne ausgleichen muss. Der Bruttobeitrag ist also der Beitrag, den du dir im schlimmsten Fall leisten musst. Schau also nicht nur auf einen möglichst niedrigen Nettobeitrag.

Ausschlussklausel

Grundsätzlich schränkt eine Ausschlussklausel den Versicherungsschutz ein. Wenn möglich, solltest du also darauf achten, dass es diese nicht gibt. Manchmal kommst du nicht drum rum. Achte dabei nur darauf, dass die Ausschlüsse ein ganz bestimmtes Thema betreffen und nicht allgemein formuliert sind. Oft werden Ausschlussklauseln in den Vertrag genommen, wenn du eine Vorerkrankung angegeben hast.
Sollte das der Fall sein, lohnt es sich auf jeden Fall, sich vorher beraten zu lassen.

Abstrakte Verweisung

Diese Klausel darfst du auf keinen Fall akzeptieren. Denn sie nimmt dir genau die Vorteile, die dir die BU im Schadensfall ermöglichen soll. Abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Anbieter die Leistung verweigern kann, falls du theoretisch noch in der Lage bist, in einem anderen, gleichwertigen Beruf zu arbeiten.
Die meisten Versicherungen haben diese Klausel gar nicht mehr in ihren Bedingungen, bieten sie aber an, um Beitrag zu sparen. Davon ist abzuraten.

Laufzeit

Die Laufzeit des Vertrages sollte für gewöhnlich deine gesamte Berufszeit abdecken. Also bis zum Renteneintritt. Innerhalb dieser Zeit leistet die BU. Läuft dein BU-Vertrag nur bis 60 und du wirst mit 61 berufsunfähig, zahlt die Versicherung nicht. Oft sind Tarife bis zum 65. Lebensjahr allerdings um einiges günstiger als bis zum 67. Lebensjahr. Hier musst du selbst entscheiden, ob dir der Aufpreis das wert ist.
Wenn der Beitrag wesentlich geringer ausfällt, reicht auch eine Laufzeit bis 65.

Nachversicherungsgarantie

Nach bestimmten Veränderungen deiner Lebenssituation, wie Kinder, Heirat, etc., hast du damit die Möglichkeit, bei deiner Versicherung ohne erneute Gesundheitsfragen die BU-Rente noch nachträglich zu erhöhen.
Dafür musst du natürlich einen Aufpreis zahlen. Die Nachversicherungsgarantie lohnt sich besonders bei jungen Menschen, die somit auf Lebensveränderungen, die den Sicherheitsbedarf erhöhen, und Gehaltssprünge flexibel reagieren können.

Wartezeit

Meide Tarife mit einer Wartefrist. Dadurch wird dein Vertrag zwar günstiger, im Falle der Berufsunfähigkeit bekommst du dann allerdings mehrere Monate kein Geld. Erst nach Ablauf der Wartefrist.
Am besten ist es, wenn der Versicherer bei verspäteter Meldung bis zu drei Jahre rückwirkend BU-Rente zahlt. Das ist wichtig, weil eine Berufsunfähigkeit oft erst mit Verzögerung festgestellt wird.

Dynamik

Die Dynamik spielt hier eine wichtige Rolle, da sie zumindest annährend die Inflation ausgleicht. Das bedeutet, dass dein Beitrag jedes Jahr um einen vorher vereinbarten Prozentsatz steigt. Zum Beispiel um 3%. Im fast gleichen Zuge steigt auch deine Rente. Im Verhältnis zum Beitrag allerdings etwas weniger.
Die Dynamik solltest du unbedingt mit in den Vertrag nehmen, denn sie sichert die Kaufkraft des Geldes ab. Bei 1.000€ BU Rente ist diese nach 30 Jahren und durchschnittlich 2% Inflation im Jahr nur noch 552€ wert. Da für Erhöhungen immer dein aktuelles Alter zugrunde gelegt wird, solltest du abwägen (spätestens ab 45), ob sich die Erhöhungen noch lohnen. Denn je älter du wirst desto höher wird dein Beitrag. Du kannst der Dynamik also auch widersprechen.
Eine Leistungsdynamik solltest du dir vertraglich garantieren lassen.

Befristete Anerkenntnisse

Wenn der Versicherer den Rentenanspruch nur befristet anerkennt, musst du nach Ablauf der Frist zumeist erneut deine Berufsunfähigkeit nachweisen. Ersparen kannst du dir das, indem du einen Anbieter wählst, der auf befristete Anerkenntnisse grundsätzlich verzichtet.

Anzeigepflicht

In einigen Verträgen bist du verpflichtet anzugeben, wenn du dir zum Beispiel ein gefährliches Hobby zugelegt hast. Sich also die Gefahr einer Berufsunfähigkeit erhöht. Auf diese Anzeigepflichten sollte deine Versicherung verzichten, da wir es oft vergessen, diese zu melden und die Versicherung im Schadensfall dadurch ein Argument hat, nicht zahlen zu müssen.

Infektionsklausel

Diese Klausel ist besonders für diejenigen wichtig, die in einem medizinischen Bereich arbeiten.
Denn eine Infektion löst für gewöhnlich keinen Leistungsanspruch aus. Wenn diese so stark ist, dass du nicht mehr in der Lage bist zu arbeiten, zahlt die BU-Versicherung natürlich trotzdem.
In vielen Berufsgruppen ist es jedoch so, dass die berufliche Tätigkeit aufgrund bestimmter Infektionen nicht mehr ausgeübt werden darf. Auch wenn dich das gesundheitlich nicht beeinträchtigt, können dadurch andere Personen angesteckt werden.
Das betrifft nicht nur Ärzte und medizinisches Personal, sondern auch Köche, Metzger, Bäcker, Friseure, usw.

Tipp!

Es kommt immer wieder vor, dass Versicherungen Leistungen einfach ablehnen.
Deshalb landen einige solcher Fälle vor Gericht.
Um dein Recht auch durchsetzen zu können, lohnt sich in diesem Fall eine Rechtsschutzversicherung.

Oft spekulieren Versicherungen darauf, dass du dir die Gerichtskosten nicht leisten kannst und einfach aufgibst.
Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt diese Kosten für dich.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Wie beantragt man die BU-Rente?

1. Nachweis der Berufsunfähigkeit

Bevor du die Rente beantragen kannst, musst du dir die Berufsunfähigkeit von einem Arzt bestätigen lassen.
Dieser muss nachweisen, dass der Grad der Berufsunfähigkeit über 50% liegt. Offiziell tritt der Versicherungsfall dann ein, wenn du infolge von Krankheit oder Unfall voraussichtlich länger als 6 Monate nicht in der Lage sein wirst, deinen Beruf auszuüben.

2. Versicherung informieren

Informiere deine Versicherung am besten schriftlich und unverzüglich über die Berufsunfähigkeit. So kannst du sicher sein, dass du keine Fristen versäumst und hast einen Nachweis, wann du die Versicherung informiert hast, sollte der Fall später vor Gericht gehen.

3. Beantragung der Rente

Um die Rente nun zu beantragen, musst du entsprechende Formulare von der Versicherung ausfüllen.
Wenn die Versicherung nicht auf deine Erstinformation reagiert hat, rufe diese hierfür am besten an und erkundige dich, wie das Vorgehen dort erwünscht ist.
Im Falle von Berufsunfähigkeit geht es für beide Seiten um viel Geld. Die Versicherung wird deinen Antrag also ganz genau prüfen. Da man bei der Beantragung vor allem darauf achten muss, was man wie beantwortet, ist es durchaus ratsam, einen Anwalt für die Beantragung der BU-Rente mit einzuschalten. Rund ein Viertel der Anträge werden von der Versicherung auch aufgrund von Formfehlern abgelehnt.

Ist diese Versicherung sinnvoll?

Ob eine Versicherung für dich sinnvoll ist, kannst du dir ganz einfach mit folgender Frage beantworten:

"Kannst bzw. möchtest du dieses finanzielle Risiko selbst tragen?"

Also, bist du in der Lage, im Falle der Berufsunfähigkeit die daraus entstehenden Kosten und Gehaltseinbußen aus eigener Tasche zu bezahlen?
Bist du, wie die meisten Menschen in Deutschland, abhängig von deinem Arbeitseinkommen, ist diese Versicherung ein absolutes Muss.

Um den Sinn einer Versicherung berechnen zu können, müsste man vorher wissen, was die Versicherung kostet und wie oft du die Leistung später in Anspruch nimmst.
Da wir die letzte Variable nicht kennen, ist eine Berechnung unmöglich. Niemand kann vorhersagen, ob eine Versicherung für dich finanziell Sinn macht oder nicht.
Auch nicht die Versicherungsgesellschaft selbst. Wir können uns also lediglich an Statistiken bzgl. der Wahrscheinlichkeit orientieren und die größten Risiken dann absichern.

Wenn du dir bei den Gesundheitsfragen, aufgrund von Vorerkrankungen, unsicher bist, macht es Sinn, sich dazu beraten zu lassen, um keine Fehler zu machen. Hast du keine Vorerkrankungen, die in deiner Akte stehen, brauchst du dir auch keine Sorgen machen.


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