ETF

Ratgeber

 (2026)

15
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Ein ETF...
ist ein börsengehandelter Indexfonds
wird passiv verwaltet, also ohne Management
bildet eine Aktienliste (sog. Index, z.B. DAX) nach
besteht aus einem Korb vieler verschiedener Aktien
ist eine vergleichsweise günstige Anlagemöglichkeit

Was ist ein ETF?

Mit einem Kauf eines ETF investiert man in einen ganzen Korb von Wertpapieren.
Entscheidest du dich dafür, dein Geld am Kapitalmarkt anzulegen, stehen dir eine Reihe von Möglichkeiten zu Verfügung. Eine davon ist der sogenannte ETF (Exchange Traded Funds). In den meisten Fällen kannst du bereits mit kleinen Beträgen an der Marktentwicklung teilnehmen. Du musst also nicht vermögend sein, um in einen ETF zu investieren.
Hast du keine Lust, dein Geld am Kapitalmarkt selbst zu investieren, also einzelne Aktien, Anleihen oder Immobilien zu kaufen, kannst du dein Geld in einem ETF anlegen. Dieser bildet einfach einen Index ab. Ein solcher Index beinhaltet oft viele Aktienwerte bzw. Unternehmen, welche wiederum die Wirtschaft eines ganzen Landes oder sogar der Welt widerspiegeln. In Deutschland wäre das zum Beispiel der DAX (Deutscher Aktien Index = 40 größte Unternehmen Deutschlands). Ein ETF auf den DAX würde also nur diese 40 Titel kaufen.
Du hast somit die Möglichkeit, in alle diese Unternehmen gleichzeitig zu investieren, ohne jede Aktie einzeln kaufen zu müssen. Das wäre natürlich auch viel teurer, da du bei einem ETF nur Anteile kaufst und dennoch an der Gesamtentwicklung profitieren kannst.

Im Gegensatz zum klassischen Investmentfonds hat hier kein Fondsmanager seine Finger im Spiel.
Der ETF kauft einfach genau die Titel ein, die sich in dem Index befinden.
Da kein Management notwendig ist, sind auch die Kosten viel geringer.
Das ist ein wesentlicher Vorteil, welcher sich sehr positiv auf die Rendite auswirkt.

Das Ziel eines ETF ist es also nicht, zu versuchen, besser als der Markt zu performen, was sowieso nur selten erreicht wird, sondern diesen so gut wie möglich abzubilden.
So können Anleger ganz entspannt am Marktgeschehen teilhaben.
Das Grundprinzip ist das gleiche wie beim Investmentfonds, nur das keine Analyse durch ein Management durchgeführt wird.
Anleger kaufen sich Anteile am Fonds und das eingesammelte Geld wird investiert. Der Anleger erkauft sich also einen Teil des gesamten Fondsportfolio.
Diese Anteile können über die Börse gekauft und verkauft werden. Die Flexibilität ist also recht hoch.

ETF erklaert

Für wen ist das sinnvoll?

Ein ETF ist vor allem für diejenigen sinnvoll, welche ihr Geld langfristig, also min. 7-10 Jahre, anlegen und sich nicht selbst ständig mit den Märkten und möglichen Anlageklassen beschäftigen wollen.
Beim langfristigen Vermögensaufbau kommt es auch auf die richtige Streuung an. Man sollte also nicht alles auf eine Karte setzten.
Ein guter ETF nimmt dir das ab, da er bereits in viele verschiedene Aktien investiert.
Da man bereits mit wenig Geld in einen solchen ETF einsteigen kann, hat so gut wie jeder die Chance an Aktiengewinnen langfristig zu profitieren.
Da Aktienkurse schwanken, ist ein langer Atem der Schlüssel zum Erfolg.

Um einen ETF zu kaufen, benötigst du nur ein Depot. ETF-Anteile sind wie eine Aktie über die Börse handelbar. Den Zugang zur Börse erhältst du durch das Depot.
Auch ETFs haben eine Wertpapierkennnummer (WKN), über welche sie leicht zu finden sind.

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Sondervermögen

Genauso wie beim Investmentfonds gibt es beim ETF die Regelung des Sondervermögens.
Hin und wieder kommt es vor, dass Fondsgesellschaften Pleite gehen.
Was passiert dann aber mit deinem Geld?
Dein Geld muss bei der Fondsgesellschaft als sog. Sondervermögen, also separiert vom Unternehmensvermögen, verwahrt werden. Dies erfolgt mithilfe von unabhängigen Depotbanken.
So fällt das Anlagevermögen, also auch dein Geld, bei einer Pleite nicht in die Insolvenzmasse.
Sollte die Depotbank und nicht die Fondsgesellschaft Pleite gehen, so werden die Anteile einfach eine andere Depotbank übertragen.


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Arten von ETFs

Auf dem Kapitalmarkt gibt es verschiede Arten von ETFs. Unabhängig davon in welche Branche oder Markt der ETF investiert, solltest du folgende ETF-Strukturen kennen:

Physischer ETF

Spricht man von einem physisch replizierenden ETF, so meint man damit, dass der ETF einfach die im Index vorhandenen Aktien/ Unternehmen nachkauft und somit den Index so gut wie möglich nachbildet. Diese Art ist mit die beliebteste, da der Anleger immer genau weiß, in welche Aktien er investiert ist.

Synthetischer ETF

Ein synthetisch replizierender ETF kauft in der Regel nicht die Wertpapiere aus dem Index, sondern geht ein Tauschgeschäft mit einer Bank ein (sog. Swap). Hierbei wird ein Vertrag zwischen einer Bank und dem ETF-Anbieter geschlossen. Die Bank garantiert dem Anbieter die Rendite des Index und im Gegenzug erhält die Bank eine Gebühr und die Rendite aus einem Korb von Sicherheiten, welche durch den ETF Anbieter gestellt werden. In diesem Korb befinden sich meistens Wertpapiere. Allerdings andere, als aus dem nachgebildeten Index.

Ausschüttender ETF

Bei einem ausschüttenden Fonds bzw. ETF werden Unternehmensgewinne an die Anleger ausgeschüttet.
Während man bei Einzelaktien direkt eine Dividende ausgezahlt bekommt, wird bei Fonds die Dividende zunächst an die Fondsgesellschaft ausgeschüttet, welche die Ausschüttung an die Anleger weitergibt.
Diese Ausschüttung wirkt sich dann natürlich negativ auf den Wert des Fondsanteils aus.

Thesaurierender ETF

Bei dieser Variante werden Unternehmensgewinne nicht ausgeschüttet, sondern wieder angelegt. Somit steigt das Fondsvermögen und natürlich auch der Anteilskurs. Gerade für langfristige Anleger ist diese Variante am sinnvollsten, da sich hierbei der Zinseszinseffekt entfalten kann.

Physisch vs. Synthetisch

Besteuerung von ETFs

Seit 2018 gilt ein neues Gesetz zur Investmentbesteuerung. Alle ETFs, egal ob Gewinne ausgeschüttet werden oder nicht, werden nach gleichen Regeln mit Abgeltungssteuer belegt.

Nach einer bestimmten Formel wird durch die Depotbank die Steuer ermittelt und direkt einbehalten. Du musst dich darum also nicht kümmern.
Worum du dich allerdings auf jeden Fall kümmern solltest, ist bei deiner Depotbank einen Freistellungsauftrag zu stellen.
Jeder Bürger in Deutschland hat Anspruch auf steuerfreie Kapitalerträge in Höhe von 801€ pro Jahr.
Erwirtschaftet dein ETF einen Gewinn von 1.000€ im Jahr, sind davon 801€ steuerfrei und nur 199€ müssen versteuert werden.
Den Freistellungsauftrag kannst du einfach bei deinem Depotanbieter einrichten und hast dann automatisch den gewünschten Steuerfreibetrag auf deine Gewinne.

Aktive vs. Passive Fonds

Der größte Unterschied der beiden Varianten besteht im Management und den Gebühren.
Ein Investmentfonds wird aktiv verwaltet. Das heißt, dass ein Fondsmanager mit einem Analyseteam versucht, den Markt zu schlagen, um für den Anleger eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Das lässt sich die Fondsgesellschaft natürlich bezahlen. Die laufenden Kosten für einen aktiv verwalteten Fonds sind relativ hoch.
Ein ETF wird passiv verwaltet. Das heißt, dass hier ein Markt bzw. Index rausgesucht und abgebildet wird. Es werden nur die Aktien gekauft, die sich im Index befinden. Man partizipiert also an der Marktentwicklung, ohne zu versuchen, besser zu performen. Da hierbei keine Analyse notwendig ist, entstehen für den Anleger nur geringe Kosten.
Oft wird Rendite verschenkt, weil man sich für einen teuren Fonds entschieden hat. Zahlreiche Studien stellte zudem heraus, dass aktive Fonds den entsprechenden Markt langfristig nicht übertreffen können und vielfach schlechter abschneiden.

Genaue Informationen

Natürlich gibt es auf dem Markt viele verschiedene ETFs, die dir alle versprechen, dass dort dein Geld richtig aufgehoben ist. Um einen ETF richtig beurteilen zu können, kannst du dir das sog. Factsheet von jenem ansehen. Die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, dieses Factsheet zu erstellen und bietet dem Anleger damit einen guten und einfachen Überblick der Anlagestrategie und der Kosten.

Vorteile eines ETF

  • Kosten
    Passive Indexfonds sind um einiges günstiger als aktiv verwaltete Investmentfonds, da vor allem kein teures Management bezahlt werden muss. Es wird einfach ein Index nachgebildet.
  • Diversifikation
    Die meisten ETFs bieten eine sehr breite Streuung. Der MSCI World Index zum Beispiel beinhaltet 1.600 Unternehmen auf der ganzen Welt. So musst du dich nicht um eine ausreichende Streuung kümmern, indem du selbst viele verschiedene Aktien in dein Depot kaufst, sondern kannst bereits mit kleinen Beträgen breit diversifiziert am Martgeschehen teilnehmen.
  • Flexiblität
    Anteile an einem ETF können einfach über die Börse gekauft und auch wieder verkauft werden. Es gibt keine Fristen auf die du achten musst.
  • Sicherheit
    Wie auch beim Investmentfonds werden deine Anteile am ETF im Sondervermögen verwahrt und sind somit vor einer möglichen Pleite der Fondsgesellschaft geschützt.

Nachteile eines ETF

  • Abhängigkeit
    Ein ETF ist abhängig von den Schwankungen des Index. Rauscht der Kurs eines Index in den Keller, folgt der ETF diesem in  gleichem Maße. Ein Fondsmanager könnte hier handeln und die Notbremse ziehen. Allerdings ist auch zu beachten, dass solche Schwankungen normal sind und der Kurs langfristig wieder steigen kann. Wer also in einer schlechten Phase nicht verkauft, hat auch nichts verloren.
  • Klumpenrisiko
    Dieses Risiko kommt vor, wenn ein ETF nur in einen bestimmten Markt oder eine bestimmte Branche investiert. Geht es diesem Markt oder dieser Branche schlecht, kann sich das stark auf den Kurs der Fondsanteile auswirken.
  • Liquiditätsrisiko
    Im Falle eines starken Abverkaufs kann es sein, dass deine Fondsanteile zu einem viel niedrigeren Kurs verkauft werden. Das passiert, wenn viele Anleger auf einmal an ihr Geld wollen.
    Die Fondsgesellschaft muss dann versuchen, möglichst schnell viele der Aktien zu verkaufen, um die Auszahlungen gewährleisten zu können.

Worauf solltest du achten?

Gebühren

Wer sich einen ETF genauer ansieht, wird unter anderem auf den Begriff TER (Total Expense Ratio) stoßen. Dieser beschreibt die Gesamtkostenquote. Also um wie viel Prozent die jährliche Rendite durch die Gebühren reduziert wird. Im Gegensatz zum Investmentfonds sind diese Gebühren sehr gering.
Beim ETF betragen diese meist 0,1 - 0,5 Prozent. Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren sind hier allerdings noch nicht berücksichtigt.

Breite Streuung

Achte bei einem ETF unbedingt auf eine ausreichende Streuung, denn dadurch sinkt das Kursrisiko im allgemeinen. Sprich: bei 1.000 Unternehmen spielt es keine Rolle, ob eines davon Pleite geht, da die anderen 999 evtl. gut liefen. Investiert ein ETF zum Beispiel nur in den DAX, stehen ihm dafür lediglich 30 Unternehmen zu Verfügung. Das ist etwas zu wenig.

Risiken

Sei dir der Risiken bewusst und handle nicht zu vorschnell, wenn es mit dem ETF mal nicht rund läuft.
Hast du 10.000€ investiert und am Ende des Jahres stehen im Depot nur noch 6.000€, ist das kein Grund zur Panik, denn das Geld ist erst verloren, wenn du deine Anteile verkaufst. Die Anzahl der Anteile bleibt nämlich gleich, nur der Preis hat sich aus irgendeinem Grund geändert. Dieser Grund kann die verschiedensten Ursachen haben. Jetzt heißt es durchhalten und abwarten. Profis kaufen sogar nach, da die Preise/ Kurse in solchen Phasen günstig sind.
(Achtung: Natürlich kann es sein, dass die Gründe für den Kursverlust nachhaltig sind und mit einer Erholung nicht mehr zu rechnen ist. Informiere dich also gut bevor du verkaufst! Am Ende war es vielleicht nur eine kurzfristige Korrektur.)

Steuern

Bitte achte bei einem Verkauf darauf, dass du Kursgewinne versteuern musst.
Verkaufe also nicht vorschnell alle deine Fondsanteile, weil es mal gut läuft und du die Rendite mitnehmen willst. Ein Fonds ist für die langfristige Anlage gedacht und nicht zum Zocken.


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