Was ist eine Hausratversicherung?
Die Hausratversicherung deckt Schäden an deinem Hab und Gut ab.
Von deiner Kleidung über Möbel bis hin zu wertvollem Schmuck. Alles dein Eigentum. Alles Hausrat.
Geh doch einfach mal mit einem Taschenrechner durch die Zimmer und rechne dir grob aus, wie viel dich das alles gekostet hat. Selbst bei bescheidener Lebensweise kommt da einiges zusammen.
Überlege nun, ob du all das im Falle eines Feuers, eines Einbruchs, Leitungswasserschadens oder bei Schäden durch Überspannung und Blitzeinschlag ersetzen könntest.
Für Schäden an der Immobilie selbst gibt es die Wohngebäudeversicherung.
Was ist versichert?
Stell dir einmal vor, dass du dein Haus oder deine Wohnung wortwörtlich auf den Kopf stellst. Alles, was dabei herausfällt, zählt zum Hausrat.
Im Schadensfall ersetzt dir die Versicherung den Schaden zum Neuwert. Auch, wenn dein Fernseher schon fünf Jahre alt war, erhältst du das, was er neu gekostet hat. Immerhin soll das Geld dafür da sein, dass du dir einen neuen gleichwertigen Fernseher kaufen kannst.
In dem Vertrag wird außerdem eine Versicherungssumme vereinbart.
Bis zu diesem Wert zahlt die Versicherung. Hast du wertvolle Gegenstände, wie zum Beispiel eine teure Uhr, kannst du die Versicherungssumme auch entsprechend anpassen.
Für Schmuck, Bargeld, etc. gibt es im Vertrag nämlich eine Deckelung. Diese liegt meistens bei etwa 25% der eigentlichen Versicherungssumme.
Bedenke, dass der Schutz nur für die Adresse gilt, die du bei der Versicherung angegeben hast, da dein Beitrag abhängig von der Wohnung bzw. dem Haus ist. Zur Wohnung gehören auch Terrasse und Anbauten, Kellerräume sowie privat genutzte Räume oder Garagen in der Nähe der Wohnung.
Tipp!
Die versicherten Gegenstände müssen sich allerdings nicht unbedingt in deiner Wohnung befinden, um bei einem Schaden Geld von der Versicherung zu erhalten. Achte hierfür auf die Klausel "Außenversicherung".
Bist du zum Beispiel auf Reisen und dir wird deine Uhr aus dem Hotelzimmer gestohlen, ist das mitversichert.
ACHTUNG: In den meisten Verträgen gibt es für eine solche Außenversicherung eine zeitliche Begrenzung von 3 Monaten. Bist du länger verreist, kann die Versicherung die Schadensmeldung ablehnen.
Wenn Du Kinder hast, die in einer eigenen Wohnung leben und gerade eine Ausbildung oder ein freiwilliges Jahr absolvieren, gilt auch für sie beziehungsweise deren Hausrat die Außenversicherung.
Was zahlt die Hausratversicherung nicht?
- Schäden durch Krieg, Innere Unruhen und Kernenergie
- Diebstahl ohne Gewaltanwendung oder Einbruch
- Überschwemmung, Hochwasser und Erdbeben
(Dein Vertrag kann allerdings um den Punkt Elementarschäden erweitert werden)
Bist du finanziell gut aufgestellt?
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Was kostet eine Hausratversicherung?
Die Kosten einer Hausratversicherung hängen vor allem von deinem Wohnort und der Größe deiner Wohnung ab. Außerdem von der Höhe der Versicherungssumme. Diese kannst du nach Absprache erhöhen, wenn du zum Beispiel der Meinung bist, dass dein Hausrat mehr wert ist als in dem Vertrag vorab angegeben.
Hast du eine Selbstbeteiligung gewählt, ist das die Summe, die du bei jedem Schaden maximal selbst trägst. Die Versicherung kürzt ihre Leistung um diesen Betrag.
Eine Selbstbeteiligung ist für dich allerdings auch von Vorteil, da hierdurch dein monatlicher Beitrag sinkt.
Da die Versicherung vor allem für große Schäden gedacht ist und du kleine Schäden selbst zahlen kannst, ist eine Selbstbeteiligung sinnvoll.
Worauf solltest du achten?
- Achte darauf, dass Grobe Fahrlässigkeit mit abgedeckt ist. Die Versicherung kann die Leistung grundsätzlich kürzen oder die Zahlung komplett ablehnen, wenn du grob fahrlässig gehandelt hast.
Ein Beispiel wäre, dass du die Haustür offen stehen lässt und ein Einbrecher somit leichtes Spiel hatte.
Bei einigen Tarifen gilt das nur bis zu einer niedrigeren Schadenssumme. Achte deshalb darauf, dass dieser Schutz bis zur vollen Versicherungssumme gilt.
Achtung:
Melde der Versicherung Gefahrenerhöhungen. Das sind zum Beispiel Bauarbeiten, die an deinem Haus durchgeführt werden. Durch offenstehende Türen oder Gerüste erhöht das die Gefahr eines Einbruchs.
Auch eine längere Abwesenheit kann eine Gefahrenerhöhung darstellen. - Eine Glasversicherung ist meist unnötig und lohnt sich nicht. Eine Ausnahme können große Aquarien und Glasbauten sein.
- Achte auf einen Unterversicherungsverzicht. Hast du mit deiner Versicherung zum Beispiel eine niedrigere Versicherungssumme von z.B. 30.000€ vereinbart, um Beitrag zu sparen, dein Hausrat ist allerdings 60.000€ Wert ist, spricht die Versicherung von einer Unterversicherung. Im Schadensfall wird die Versicherung dann nur die Hälfte des Schadens bezahlen. (Anstatt 2.000€ nur 1.000€ für den kaputten Fernseher)
Mit einem Unterversicherungsverzicht setzt der Versicherer einen festen Betrag (meist 650 Euro) pro Quadratmeter Wohnfläche als Versicherungssumme fest und prüft im Schadensfall nicht, ob du unterversichert bist. - Es lohnt sich, die Erweiterung des Brandbegriffs mit in den Vertrag aufzunehmen. Mit diesen drei zusätzlichen Bausteinen erhöhst du den Versicherungsschutz für Schäden durch Brand. Wichtig sind hierbei erstens Schäden durch Rauch und Ruß sowie zweitens Seng- und Schmorschäden. Drittens empfehlen wir die Ergänzung um Überspannungsschäden. Dann muss nicht erst ein Blitz eingeschlagen haben, damit du den Kurzschlussschaden am Fernseher ersetzt bekommst.
- Hast du ein Fahrrad und schon mal über eine Fahrradversicherung nachgedacht? Wird das Fahrrad auf der Straße gestohlen, greift die Hausratversicherung nicht automatisch. Sie zahlt normalerweise nur bei Einbruch mit Diebstahl aus verschlossenen Räumen. Soll dein Fahrrad auch draußen auf der Straße versichert sein, kann sich eine Fahrradklausel lohnen. Besonders teure Fahrräder solltest du separat versichern.
- Ist die Immobilie, in welcher du wohnst, dein Eigentum, schließe die Hausratversicherung am besten beim gleichen Anbieter ab wie die Wohngebäudeversicherung. Das erspart Aufwand im Schadensfall, da die Versicherungen dann gegenseitig klären müssen, wer für welchen Schaden aufkommt. Sind die Versicherungen beim selben Versicherer, klärt sich diese Frage.
- Ziehst du um, musst du das dem Versicherer schnellstmöglich melden. Der Versicherungsschutz zählt nämlich immer nur für den im Vertrag angegebenen Wohnort. Je nach Größe und Wert muss ggf. der Beitrag angepasst werden.
Tipp!
Hast du viel Geld in die Einrichtung gesteckt, solltest du Belege und Fotos der Möbel und Gegenstände aufbewahren.
So kannst du im Schadensfall beweisen, was die Gegenstände gekostet haben und dass du diese tatsächlich besessen hast.
Am besten verwahrst du diese Belege in einem separaten Tresor, Schließfach oder digital. Bei einem Feuer oder Wasserschaden könnten diese Belege immerhin beschädigt oder komplett vernichtet werden.
Vorgehen im Schadensfall
Die Versicherungen achten bei ihren Kunden genau darauf, wie oft und in welcher Höhe Schäden gemeldet werden.
Melde Schäden also wirklich nur im Notfall. Dafür ist die Versicherung immerhin auch da. Meldest du zu häufig Schäden, kann es sein, dass dir die Versicherung den Vertrag kündigt und du dann keinen neuen Vertrag mehr bekommst, da du bei jedem Versicherer deine Vorschäden angeben musst.
1. Schaden eindämmen
Ist ein Schaden entstanden, bist du als Versicherungsnehmer verpflichtet, die Ausbreitung des Schades zu verhindern, soweit dies in deiner Macht liegt. Dazu zählt beispielsweise, dass du den Hauptwasserhahn abdrehst, wenn das Wasser durch ein gebrochenes Rohr in deine Küche sprudelt.
Bist du zu dieser Zeit im Urlaub oder körperlich nicht dazu in der Lage, musst du dies auf Verlangen der Versicherung nachweisen. Trotz allem bist du nicht verpflichtet, dich in Gefahr zu begeben, etwa bei einem Brand oder Ähnlichem. Lass nun alles so wie es ist und dokumentiere den Schaden. Aufräumarbeiten oder Reparaturversuche solltest du unterlassen, bis die Versicherung dir den Schaden erstattet oder einen Sachverständigen vorbeischickt.
2. Schaden dokumentieren
Als Beweis für die Versicherung dienen zum Beispiel Fotos. Bei einem Einbruch musst du eine Anzeige bei der Polizei nachweisen. Sprich einfach mit der Versicherung. Sie wird dir sagen, was genau sie von dir benötigt.
3. Schaden unverzüglich melden
Je nach Anbieter innerhalb einer Woche, ab dem Moment, ab dem du von dem Schaden erfahren hast.
Ist diese Versicherung sinnvoll?
Ob eine Versicherung für dich sinnvoll ist, kannst du dir ganz einfach mit folgender Frage beantworten:
"Kannst bzw. möchtest du dieses finanzielle Risiko selbst tragen?"
Also, bist du in der Lage, im Falle eines Schadens diesen aus eigener Tasche zu bezahlen?
Um den Sinn einer Versicherung berechnen zu können, müsste man vorher wissen, was die Versicherung kostet und wie oft du die Leistung später in Anspruch nimmst.
Da wir die letzte Variable nicht kennen, ist eine Berechnung unmöglich. Niemand kann vorhersagen, ob eine Versicherung für dich finanziell Sinn macht oder nicht.
Auch nicht die Versicherungsgesellschaft selbst. Wir können uns also lediglich an Statistiken bzgl. der Wahrscheinlichkeit orientieren.
In diesem Fall:
Wäge ab, ob du deinen Hausrat, also alle in der Wohnung/Haus beweglichen Gegenstände (Möbel, Wertgegenstände, Kleidung, etc.), notfalls aus eigener Tasche ersetzen könntest.
Rechne es dir doch einfach mal grob aus und gehe Stück für Stück deine Räume mit einem Taschenrechner durch. Du wirst sicherlich erstaunt sein, was da so zusammenkommt.

