Was ist Rürup?
Die sogenannte Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) ist eine Möglichkeit der privaten Altersvorsorge mit staatlicher Förderung.
Einen solchen Vertrag schließt du mit einer Versicherungsgesellschaft.
Anders als bei der gesetzlichen Rente, welche per Umlageverfahren funktioniert, sparst du in diesem Vertrag Kapital nur für dich an.
Das heißt, je mehr Geld du in deinen Rürup-Vertrag sparst, desto höher fällt am Ende deine Rente aus.
Umlageverfahren in Kürze:
Das Umlageverfahren funktioniert, indem viele Arbeitnehmer Beiträge von ihrem Gehalt in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und dieses Geld direkt wieder auf die Rentner verteilt wird. Hier besteht die Problematik, dass es immer weniger Beitragszahler und gleichzeitig immer mehr Rentner gibt.
Bist du finanziell gut aufgestellt?
Trag dich ein und erhalte eine gratis Checkliste, um zu prüfen wie gut du finanziell dastehst.
Für wen ist Rürup sinnvoll?
Die Rürup-Rente eignet sich besonders für Selbstständige ohne gesetzliche Absicherung und Gutverdiener, die von Steuervorteilen profitieren und gleichzeitig fürs Alter vorsorgen möchten.
Für Angestellte, die zumeist bereits eine gesetzliche Grundabsicherung haben, ist die Rürup-Rente eher ungeeignet. Abschließen kann die Rürup-Rente grundsätzlich jeder.
Da auch Selbstständige verpflichtet sind, fürs Alter vorzusorgen, ist es gerade für jene extrem wichtig, sich mit der Thematik einmal auseinanderzusetzen.
Die Rürup-Rente kann hierbei als Grundabsicherung und Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung dienen.
Wie funktioniert der Steuervorteil?
Die Beiträge zur Rürup-Rente kannst du bis zu einer bestimmten Grenze als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angeben und damit dein zu versteuerndes Einkommen senken.
Unterm Strich erhöht sich so deine Steuererstattung.
Bis zu 25.639€ (Stand: 2022) kannst du aktuell jährlich als Vorsorgeaufwendungen geltend machen.
Dieser Betrag unterliegt bis 2025 allerdings noch einer Staffelung. 2022 werden von diesem Betrag nur 94% berücksichtigt (erhöht sich jährlich um 2 %). Ab 2025 sind es dann 100%, also der volle Höchstbetrag.
Da die Rente erst bei Auszahlung, also im Rentenalter, besteuert wird und dein persönlicher Steuersatz dann viel niedriger sein dürfte, liegen die Vorteile auf der Hand.
Deshalb lohnt sich die Rürup-Rente auch für Gutverdiener, die genug Geld übrig haben, um den Höchstbetrag auszureizen. Denn je mehr du einzahlst, desto höher fällt die Steuererstattung aus.
Natürlich solltest du davon ausgehen, dass dein Einkommen auch langfristig hoch bleibt und du über lange Zeit in der Lage bist, viel in den Vertrag einzuzahlen.
Bei Angestellten, die bereits in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird der Höchstbetrag für die Vorsorgeaufwendungen um den Betrag gekürzt, welchen sie bereits in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.
Der Höchstbetrag zählt also für alle Vorsorgeaufwendungen und nicht nur für den Rürup-Vertrag.
Beispiel:
Du verdienst 60.000€ Brutto. Davon gehen 18,6%, also 11.160€ in die Rentenkasse. Somit kannst du nur noch 14.479€ (25.639€ - 11.160€) steuerlich geltend machen.
Als Selbstständiger ohne gesetzliche Absicherung kannst du den Höchstbetrag natürlich voll ausschöpfen.
Tipp!
Wer noch am Karrierebeginn steht, sollte das Thema Rürup noch etwas nach hinten verschieben.
Denn, wenn du nicht gleich zu Beginn viel einzahlst, gehen dir die Steuervorteile verloren und die Rente muss im Ruhestand trotzdem zu 100% versteuert werden. Außerdem ist die Rürup-Rente unkündbar.
Damit wird das Konstrukt Rürup für dich zunächst unattraktiv, solltest du noch keine planbare finanzielle Situation haben.
Worauf solltest du achten?
Vertragswechsel
Anders als bei Riester-Verträgen gibt es bei Rürup keine gesetzlich geregelten Vorschriften bezüglich des Anbieterwechsels. Das heißt, dass du den Anbieter bei Rürup später evtl. nicht mehr wechseln kannst. Möchtest du dir diese Option offenhalten, solltest du bei Vertragsabschluss auf eine entsprechende Klausel achten.
Vermögensschutz
Grundsätzlich ist eine Rürup-Rente nicht vererbbar und auch nicht übertragbar. Solltest du während der Ansparphase versterben, ist das Geld weg. Allerdings bietet die Rürup-Rente einen für viele entscheidenden Vorteil: Sie ist "Krisensicher". Solltest du als Selbstständiger mal in finanzielle Schwierigkeiten geraten und etwa Insolvenz anmelden müssen, fällt das Rürup-Vermögen nicht in die Insolvenzmasse. Auch wenn du Arbeitslosengeld II beantragen musst, wird dieses Vermögen nicht angerechnet.
Kapitalwahlrecht
Bei den meisten Rentenversicherungen hast du bei Renteneintritt ein sogenanntes Kapitalwahlrecht. Das bedeutet, dass du selbst entscheiden kannst, ob du das Geld auf einmal oder als Rente ausgezahlt haben möchtest. Bei der Rürup-Rente hast du diese Möglichkeit nicht. Sie wird ausschließlich als Rente ausbezahlt.
Flexibilität
Vor Abschluss sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man während der gesamten Ansparphase nicht an das eingezahlte Geld kommt und der Vertrag unkündbar ist.
Kombiprodukte
Einige Versicherer bieten dir den Abschluss einer Rürup-Rentenversicherung in Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung an. Davon ist allerdings abzuraten, da ein unkündbarer Altersvorsorgevertrag an eine wichtige Risikoabsicherung gekoppelt wird. Diese Absicherung solltest du IMMER separat abschließen.
Mehr zum Thema Berufsunfähigkeit.
Fazit:
Suchst du nach einer Alternative zur gesetzlichen Rente, kannst du die meisten Nachteile ignorieren, da es diesbezüglich zur gesetzlichen Rente keinen Unterscheid gibt. Suchst du zu deiner bestehenden Basisvorsorge noch eine Erweiterung, könnte eine flexiblere Anlage wie ein ETF vielleicht sinnvoller sein.

