Was ist eine Sofortrente?
Die sog. Sofortrente oder auch Leibrente ist eine Art Tauschgeschäft mit einer privaten Versicherung.
Das heißt, dass du dem Versicherer einen größeren Geldbetrag übergibst und dieser dir dafür eine lebenslange monatliche Rente auszahlt.
Der Sinn besteht darin, das sogenannte Langlebigkeitsrisiko abzusichern.
Das bedeutet, dass du evtl. älter wirst als der Durchschnitt und dein gespartes Vermögen zu früh aufgebraucht wird. Das Geld fehlt dir dann später. Mit einer lebenslangen Rente kann dir das nicht passieren, da diese solange gezahlt wird bis du verstirbst.
Vorweg:
Aus Renditesicht ist das kein besonders gutes Geschäft. Hier geht es vor allem um Sicherheit.
Die Höhe der Rente richtet sich im Wesentlichen nach deinem eingezahlten Betrag und deiner Lebenserwartung.
Für die Einschätzung der Lebenserwartung nutzen Versicherungen aktuelle Statistiken.
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Für wen ist die Sofortrente sinnvoll?
Besonders sinnvoll ist die Sofortrente für diejenigen, die kurz vor der Rente stehen (oder bereits Rentner sind), grundsätzlich gesund sind, einen hohen Geldbetrag übrig haben und eine Zusatzrente wünschen, da die gesetzliche Rente etwas zu gering ausfällt.
Ein weiteres Argument ist, dass du dich um einen Auszahlplan nicht zu kümmern brauchst. Das macht die Versicherung automatisch.
Beispiel:
Du stehst kurz vor dem Rentenbeginn und möchtest deine Rente etwas aufbessern.
Da du vergleichsweise gesund bist, rechnest du damit, noch mindestes 25-30 Jahre lang zu leben und möchtest aus Sicherheitsgründen einen hohen Geldbetrag verrenten lassen.
Du übergibst einer Versicherung 100.000€ und kannst nun mit 300€ - 350€ lebenslanger monatlicher Bruttorente rechnen.
Man kann sich also einfach ausrechnen, wie alt man werden muss, damit sich das Geschäft gelohnt hat.
Bei 300€ Rente = ca. 28 Jahre
Bei 350€ Rente = ca. 24 Jahre
Entscheidest du dich also mit 65 Jahren für eine Sofortrente und erhältst für 100.000€ etwa 350€ Rente, müsstest du ca. 89 Jahre alt werden, damit sich das Geschäft gelohnt hat.
Tipp!
Es gibt oft auch die Möglichkeit, in deinem Vertrag eine Erbschaftsklausel einzubinden, sodass ein Teil des Vermögens vererbt werden kann, solltest du früher sterben.
Davon ist allerdings abzuraten, wenn diese Klausel deine Rente schmältert.
Möchtest du einen Teil vererben, so separiere diesen Bertrag lieber vorher.
Worauf solltest du achten?
Da die Angebote auf dem Finanzmarkt sowohl vielzählig als auch unterschiedlich sind, sollte man auf ein paar Punkte achten:
1. Das Rating
Analysehäuser und Rating Agenturen versehen Versicherungsgesellschaften immer wieder mit Ratingnoten. Diese prüfen vor allem, wie finanzstark das Unternehmen ist. Die Versicherung soll ja auch in 20-30 Jahren noch existieren und dir eine Rente auszahlen können. Ein hohes Rating ist somit wichtig.
2. Die Höhe der Rente
Auch die Höhe der garantierten Rente unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
Lass dir also unbedingt mehrere Angebote zukommen und vergleiche die garantierte Rente. Ein paar Euro mehr machen langfristig eine Menge aus.
3. Die Überschussbeteiligung
Versicherer kalkulieren mit ihren garantierten Auszahlungen sehr vorsichtig. Sollten diese jedoch am Jahresende mehr Gewinne erzielt haben als erwartet, musst du als Kunde daran beteiligt werden. Natürlich ist die Überschussbeteiligung nicht garantiert, kann aber deine Rente auch mal erhöhen. Damit rechnen solltest du jedoch nicht.
4. Todesfallschutz
Einige Verträge bieten die Möglichkeit, bei vorzeitigem Ableben den Restbetrag an die Hinterbliebenen auszuschütten bzw. mittels Rentengarantiezeit für eine bestimmte Zeit die Rente weiter auszuzahlen.
Das kommt dem Vertrag zumeist teuer zu stehen und die Rente fällt dementsprechend niedriger aus.
Ein Vergleich mit anderen Angeboten ist somit ratsam.
Möchtest du etwas vererben, solltest du einen fixen Betrag vorab separieren. Auch die Möglichkeit der vorzeitigen Entnahme größerer Summen aus dem Vertrag wirkt sich negativ auf die Rente aus.

