Betrug im Internet.

Ratgeber

 (2026)

Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

In diesem Beitrag erfährst du...
vor wem du dein Geld schützen musst
wie die Maschen von Betrügern funktionieren
was du tun kannst, um kein Betrugsopfer zu werden

Fakeshops

Was ist ein Fakeshop?

Bei einem Fakeshop handelt es sich um einen Online-Shop, welcher zumeist hochpreisige Waren wie elektronische Geräte o.ä. zum Kauf anbietet.
Diese Fakeshops sehen auf den ersten Blick seriös aus und locken den Kunden mit attraktiven Preisen.

Wie funktioniert ein Fakeshop?

Fakeshops präsentieren auf Ihren Websites Produkte, die ganz regulär online gekauft werden können.
In den meisten Fällen ist die Zahlung nur per Überweisung möglich und das hat auch einen Grund.
Denn eine Überweisung ist eine Einbahnstraße. Einmal abgeschickt kann man diese nicht mehr zurückholen. Und genau das machen sich die Betrüger zu Nutze.
Der unwissende Kunde bezahlt und wird das Produkt nie erhalten.

Wie erkennt man einen Fakeshop?

Einen Fakeshop zu erkennen ist nicht immer einfach. Wie bereits erwähnt sollte man sich in Acht nehmen, wenn der Shop ausschließlich die Überweisung als Zahlungsmethode akzeptiert. Auch bei viel zu günstigen Preisen sollte man zunächst skeptisch bleiben.
Vor dem Kauf ist es empfehlenswert im Internet nach Erfahrungen zu diesem Shop zu suchen.
Vorsicht: Auch Kundenbewertungen werden sehr oft gefälscht.
Die Plattform "Watchlist Internet" hat sich diesem Problem angenommen und veröffentlicht auf ihrer Seite alle bekannten Betrüger, Fallen & Fakes.
Bist du dir also unsicher, schau dort einmal vorbei und gib den Namen des Shops in die Suchleiste ein.

Phishing

Was ist Phishing?

Phishing ist eine Betrugsmasche, bei welcher der Betrüger versucht an deine Zugangsdaten von deinem Online Banking oder anderen Accounts zu kommen, um damit Käufe oder Überweisungen in deinem Namen zu tätigen.

Wie funktioniert Phishing?

Um an deine Zugangsdaten zu kommen versuchen die Betrüger Websites von Online Händlern (z.B. Amazon oder Ebay) oder auch Banken nachzubauen.
Im nächsten Schritt wird dir eine E-Mail oder eine SMS zugeschickt. Diese Nachrichten sehen aus als kämen sie direkt von deiner Bank oder Online Händlern.
Zumeist geht es um eine angebliche Sicherheitswarnung, bei der du schnell reagieren und dich anmelden sollst.
Der Link in der Nachricht führt dich jedoch nicht zur echten Website, sondern zur nachgebauten Betrüger-Website. Den Unterschied können die Meisten leider oft nicht erkennen.
Gibst du dort nun deine Zugangsdaten ein gibst du den Betrügern gleichzeitig den Schlüssel zu deinem Konto.

Wie erkenne ich Phishing?

Einige Phishing Nachrichten sind leicht zu erkennen. Sie weisen starke Rechtschreibfehler auf und sind noch dazu schlecht gestaltet.
Einige jedoch sehen täuschend echt aus.
Grundsätzlich ist in jedem Fall davon abzuraten auf einen Link in einer solchen Nachricht zu klicken.
Wechsle stattdessen zu der offiziellen Seite und melde dich dort an.
In deinem Account sollte die erhaltene Nachricht nun in einem internen Postfach zu sehen sein.
Ist das nicht der Fall, so kannst du davon ausgehen, dass die Nachricht gefälscht war. Sicherheitshalber kannst du noch dein Passwort ändern.

Klassische Anzeichen für eine Phishing-Nachricht:

  • Die Anrede ist nicht persönlich (Statt Sehr geehrter Herr/Frau, Sehr geehrte Damen und Herren)
    Das liegt daran, dass die Betrüger zumeist eine ganze Liste gleichzeitig anschreiben.
  • Die Absender E-Mail-Adresse weicht von der regulären Mail-Adresse ab.
    Oft sind das nur kleine Zusätze wie -service oder -compliance.
  • Du wirst unter Druck gesetzt.
    Phishing Nachrichten signalisieren meist einen dringenden Handlungsbedarf oder drohen mit Konsequenzen.
    Du sollst also möglichst schnell und unüberlegt reagieren.
  • Enthalten ist fast immer ein Link, den du öffnen sollst.

Love-Scamming

Was ist Love-Scamming?

Love-Scamming ist kurzgesagt das Ausnutzen einer gutgläubigen Person, die durch längeren Kontakt übers Internet Gefühle entwickelt und ihrem vermeintlichen Liebhaber finanziell unterstützt, weil dieser darum bittet.
Sobald genug Geld geflossen ist, verschwindet der Betrüger und lässt ein emotional und finanziell geschädigtes Opfer zurück.

Für nähere Informationen ist hier eine Übersicht des Bundeskriminalamtes verlinkt.
Diese beschreibt die Betrugsmasche so gut, dass in diesem Artikel nicht weiter darauf eingegangen wird.

Trading-Plattformen

Was sind Trading-Plattformen?

Eine Trading-Plattform ist grundsätzlich kein Betrug. Über solche Plattformen hat man die Möglichkeit mit echtem Geld verschiedene Finanzprodukte bzw. -instrumente zu handeln und somit Geld zu verdienen. Dafür sind allerdings auch spezielle Kenntnisse und eine hohe Risikobereitschaft erforderlich.
Das schnelle Geld lockt viele Kunden. Jedoch ist zu beachten, dass es hier auch ein hohes Risiko gibt das Geld vollständig zu verlieren.

Betrüger machen sich den Traum vom schnellen Geld zu Nutze und werben mit hohen Renditen bei geringem Risiko.
Gleichzeitig soll der Nutzer dann in Kryptowährungen und CFDs "investieren". Beides sind hochspekulative Anlageprodukte.

Wie funktioniert das?

Im ersten Schritt wird eine professionell aussehende Plattform erstellt, welche den Nutzer davon überzeugen soll sein Geld dort zu investieren, da die Gewinnchancen sehr hoch seien.
Das Konto ist schnell angelegt und das Geld kann ganz einfach eingezahlt werden.
Oft erhalten die Nutzer sogar Anrufe von den Betrügern, welche dich dazu verleiten sollen noch mehr Geld einzuzahlen.
Auf deinem Bildschirm sieht es so aus als würde sich dein Geld prächtig entwickeln. In der Realität kannst du dein Geld jedoch nicht mehr abheben.
Es wird also versucht den Nutzer dazu zu bewegen möglichst viel Geld einzuzahlen, dass direkt in der Tasche der Betrüger landet. Anschließend wir dir eine Simulation vorgeführt, in der sich dein Geld vermeintlich immer weiter vermehrt. So wirst du bei der Stange gehalten und dazu gebracht sogar noch mehr Geld einzuzahlen.

Klassische Anzeichen für eine Fake-Trading-Plattform:

  • Kein Impressum vorhanden
  • Negative Rezensionen auf Bewertungsplattformen
  • Hohe Gewinnversprechen bei geringem Risiko

Die Plattform "Watchlist Internet" hat sich diesem Problem angenommen und veröffentlicht auf ihrer Seite alle bekannten Betrüger, Fallen & Fakes.
Bist du dir also unsicher, schau dort einmal vorbei und gib den Namen des Shops in die Suchleiste ein.

Inkassobetrug

Was ist Inkasso?

Ein Inkasso Unternehmen treibt offene Forderungen von Schuldnern im Namen einer Firma ein.
Das heißt, dass du etwas gekauft hast und die Ware oder Dienstleistung nicht bezahlen kannst.
Nach einem gesetzlich geregelten Mahnverfahren hat das Unternehmen, dem du das Geld schuldest, nun die Möglichkeit einen Inkassodienst einzuschalten, welcher sich um die offene Forderung dir gegenüber kümmert.

Das bedeutet allerdings nicht dem Schuldner zu drohen oder ihm Angst zu machen. Eine seriöse Inkasso-Firma bemüht sich zunächst darum die Gründe für das Ausbleiben der Zahlung zu ermitteln und so eine Lösung zu finden. Eine Lösung wäre zum Beispiel eine Ratenzahlung.
Ist eine Einigung nicht möglich wird die Inkasso-Firma eine gerichtliche Einigung anstreben, was eine Kontopfändung zur Folge haben kann. Bis dahin ist es zumeist ein langer Weg.

Wie funktioniert Inkassobetrug?

Bei dieser Masche treten die Betrüger als vermeintliche Inkasso-Firma auf.
Zumeist durchs Internet haben die Betrüger Daten wie deine Adresse oder Mail bzw. Telefonnummer erhalten. In den meisten Fällen hattest du die Daten selbst irgendwo angegeben.
Nun werden dir Nachrichten und Briefe von einer vermeintlichen Inkasso-Firma zugestellt.
Diese sehen oft sehr professionell aus und setzen den Empfänger mit Begriffen wie "Pfändung", "Anwalt", "Gericht" oder "Frist" unter Druck.
Ziel der Masche ist es, dass du den Betrag auf dem Schreiben bezahlst.
Oft sind das einige hundert Euro, die du angeblich einer anderen Firma schuldest.

Wie enttarne ich Betrüger?

Hast du ein solches Inkasso-Schreiben erhalten solltest du erstmal Ruhe bewahren und nichts überstürzen.
Lies dir das Schreiben in Ruhe durch und überlege ob du der dort angegebenen Firma tatsächlich Geld schuldest.
In den meisten Fällen ist dir die Firma wahrscheinlich nicht einmal bekannt.
Danach prüfst du auf der Website des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) ob die Inkasso-Firma tatsächlich seriös ist oder vielleicht gar nicht existiert.
Seriöse Inkasso-Unternehmen stehen beim BDIU auf der Mitgliederliste.

Checkliste / Übersicht

Hier ist nochmal übersichtlich zusammengefasst was du beachten solltest:

Gehe nicht in Vorleistung

Das gilt für angebliche Gebühren, Gewinne, sowie Job-Angebote und natürlich besonders bei Personen oder Unternehmen, welche dir unbekannt sind.

Niemals persönliche Daten telefonisch weitergeben

Banken und Polizei würden dich niemals nach Passwörtern, Karten-PINs und TANs fragen.

Verlasse auf Shopping-Plattformen niemals die App oder Seite, um eine Zahlung zu tätigen

Häufig wirst du mit Links von der echten Verkaufsplattform (z.B. ebay) zu einer Fake-Plattform weitergeleitet.
Dort sollst du nun eine Zahlung durchführen, die du im Anschluss weder stoppen, noch zurückbuchen kannst.

Keinem Fremden Zugriff auf deinem Computer erlauben

Banken, Internetbetreiber oder Behörden würden bei einer angeblichen Störung keinen Zugriff verlangen.

Misstraue unbekannten E-Mails

Besonders Mails mit sagenhaften Versprechen oder tollen Angeboten sind oft ein Versuch dich zu betrügen.
Auch Mails mit Anhängen, die du gar nicht einordnen kannst, sollten einfach ignoriert und gelöscht werden.
Oft kommen diese aus dem Ausland und sind an einfachen Rechtschreibfehlern zu erkennen.

Schicke niemandem Geld, den du nicht persönlich kennst

Hierbei geht es nicht um den klassischen Internetkauf (den Händler kennst du wahrscheinlich auch nicht), sondern um private Beziehungen, welche sich ausschließlich aus der Ferne aufgebaut haben.
Bittet dich ein vermeintlicher Freund oder Liebhaber um Geld, lehnst du das lieber ab. Sollte dich dieser daraufhin weiter unter Druck setzten oder den Kontakt ganz abbrechen, weißt du, dass es nur um Geld ging.

Schicke niemandem ein Bild von deinem Ausweis

Es klingt absurd, jedoch kommt es ziemlich häufig vor.
Auf Verkaufsplattformen wie ebay bieten Betrüger Produkte zu einem guten Preis an.
Kaufinteressenten sollen, zur vermeintlichen Verifikation, ein Bild von sich mit ihrem Ausweis an den Verkäufer schicken. Dieser begründet das Vorgehen damit, dass er sichergehen möchte, dass der Käufer (also du) tatsächlich existiert.
Wie du dir vermutlich schon denken kannst wirst du die Ware nie erhalten, stattdessen nutzen die Betrüger nun dein Bild und deine Daten, um weitere Verkäufe zu tätigen und das unter deinem Namen.

Was tun bei Betrug?

Bist du auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist das zunächst mal sehr ärgerlich.
Du allerdings bist nicht der Einzige. Allein 2021 wurden über 64.000 Internet-Betrugsdelikte zur Anzeige gebracht.
Und genau das musst du jetzt auch tun. Bringe deinen Fall zur Anzeige.
Nur so hat die Justiz die Chance die Betrüger zu stoppen und in seltenen Fällen wird dir dein Verlust sogar erstattet. (Natürlich erst nach Ergreifung der Betrüger und Abschluss des Falls)


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