Trading

Ratgeber

 (2026)

12
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Trading...
ist kurzfristiger Handel mit Aktien, Währungen, etc.
ist eine sehr riskante Form der Geldanlage und bedarf einer hohen Risikobereitschaft
ist nichts für Börsenanfänger
ist als Privatperson nur mithilfe eines Depot bei einem entsprechenden Broker möglich

Was ist Trading?

Trading nennt man in der Finanzbranche den kurzfristigen Handel mit Wertpapieren, Währungen und anderen Finanzinstrumenten.
Der sog. Trader versucht in kurzer Zeit ein solches Produkt zu kaufen und mit Gewinn wieder zu verkaufen.
Das ist möglich, weil die Märkte, in welche investiert wird, ständig schwanken.
An der Börse nennt man das Volatilität und beschreibt das Auf und Ab der Kurse.

Tipp:

Um dieses Thema besser zu verstehen solltest du vorher unbedingt die Artikel "Börse erklärt" und "Was ist eine Aktie?" gelesen haben.
Das hilft dir einige Begriffe, mit denen du vielleicht noch nichts anfangen kannst, leichter nachzuvollziehen.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Wie funktioniert Trading?

Um zu traden benötigst du eine entsprechende Plattform (bzw. ein Depot) und einen Broker, welcher in deinem Namen die Position, welche du eröffnen möchtest, ausführt.
Das funktioniert heutzutage alles automatisch. Du hast also keinen wirklichen Kontakt zum Broker.
Hast du ein Depot eröffnet kannst du direkt loslegen und in verschiedene Wertpapiere und andere Finanzinstrumente investieren.
Zur Auswahl stehen dir dabei einige Märkte. Die bekanntesten sind:

  1. Forex-Markt = Handel mit Währungen (z.B. US Dollar)
  2. Krypto-Trading = Handel mit Kryptowährungen (z.B. Bitcoin)
  3. Wertpapier-Börse = Klassischer Aktienhandel

Professionelle Trader nutzen für ihre Entscheidungen außerdem verschiedene Analyse-Varianten.
Grob unterscheidet man zumeist zwischen der Fundamentalanalyse und der Technischen Analyse.
Während man mit der fundamentalen Analyse den tatsächlichen Wert des Unternehmens, unabhängig von Börsenpsychologie und Angebot und Nachfrage bestimmen will, versucht man mit der technischen Analyse eher die kommenden Trends des Kursverlaufs vorherzusagen.

Design Analyse Trading

Manche Trader setzen auch einfach auf sogenanntes News-Trading.
Das heißt, dass man auf den Ausgang Marktrelevanter Entscheidungen setzt oder gewissen Trends folgt.
Das sind politische Entscheidungen, wie die Zinsveränderungen durch die EZB (Europäische Zentralbank).
Man versucht also durch die täglichen Informationen und Nachrichten eine Investitionsentscheidung zu treffen.

Daytrading erklärt

Ein Daytrader handelt ausschließlich kurzfristig binnen eines einzigen Handelstages.
Das heißt, dass dieser alle eröffneten Positionen zum Ende des Tages wieder geschlossen hat.
Das Ziel ist es im Laufe dieses Tages zwischen Kauf und Verkauf des Wertpapiers einen Gewinn zu machen.
Wie schon erwähnt nutzt man hierfür die Schwankungen im Markt.

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Welche Instrumente gibt es?

Bei Trading wird vor allem auf sogenannte Derivate gesetzt. Dies ist ein Überbegriff für viele Finanzinstrumente, die im Trading genutzt werden.

1. Binäre Optionen

Einfach gesagt ist eine binäre Option eine Wette mit zwei Ergebnismöglichkeiten.
Man kann auf steigende Kurse wetten = Call-Option, oder auf fallende Kurse = Put-Option.
Diese Optionen werden in der Regeln nicht an der Börse gehandelt sondern über einen darauf spezialisierten Broker.
Dieser bietet dir eine solche Wette an und setzt fest was du bei Eintreffen von bestimmten Kursverläufen gewinnen oder verlieren kannst.
In der Praxis funktionieren binäre Optionen ähnlich wie CFDs.

2. CFD-Trading

Der Begriff CFD (Contract for difference) bedeutet im deutschen "Differenzvertrag" und fällt unter die Kategorie der sog. Derivate.
Man schließt also einen Vertrag mit seinem Broker auf einen bestimmten Kurs. (z.B. Kurs einer Aktie)
Hierbei wird keine Aktie gekauft, sondern nur eine Vereinbarung geschlossen die auf dem Basiswert der Aktie beruht.
In Kürze:
Steigt der Kurs der Aktie, schuldet der Broker dir die Differenz zum Basiswert.
Fällt der Kurs der Aktie schuldest du dem Broker die Differenz zum Basiswert.
Natürlich geht das auch andersherum, je nachdem ob du auf fallende oder steigende Kurse setzen möchtest. Im Grunde ist es also ganz einfach.

3. Handeln mit Hebel

Der Handel mit Derivaten kann um einen Hebel ergänzt werden.
Der Handel mit Hebeln ist jedoch mit besonderer Vorsicht zu genießen. Du wirst gleich verstehen warum.
Broker bieten dir die Möglichkeit deinen Einsatz um einen bestimmten Hebel zu erhöhen.
Beispiel:
Du möchtest mit 100€ einen CFD auf die X-Aktie kaufen und wettest dabei auf steigende Kurse.
Mit der Hebeloption hast du nun die Möglichkeit deinen Einsatz (100€) um einen bestimmten Faktor zu erhöhen.
In diesem Fall wählst du den Hebel 2. Damit verdoppelt sich dein Einsatz, ohne dass du dieses Geld selbst erbringen musstest. Es handelt sich also um Fremdkapital, welches dir der Broker für den Zeitraum des Handels zur Verfügung stellt.
Deine Position ist nun also 200€ Wert.
In der Praxis funktioniert das nun so, dass ein Anstieg des Kurses um 5% nun 10% Wert ist.
Allerdings gilt das auch für fallende Kurse. Sollte die Aktie um 50% fallen ist dein Geld weg.

In diesem Beispiel wurde ein geringer Hebel hergenommen. Oft nutzen Trader wesentlich höhere Hebel, die das eigesetzte Kapital verzehn- oder sogar verhundertfachen.
Je höher der Hebel, desto höher auch das Risiko.
Das Risiko ist besonders bei CFDs groß, da es sein kann, dass dein Broker von dir verlangt Geld nachzuzahlen, wenn der Kurs tiefer fällt als dein eingesetztes Kapital (dieses nennt man Margin) Wert ist.

4. Handel mit Forex

Der Begriff Forex (Foreign Exchange) beschreibt den Vorgang mit Währungen zu handeln.
Vielleicht hast du das auch schon mal unbewusst getan, in dem du vor einem Auslandsurlaub Euro in eine andere Währung getauscht hast. Hierbei gibt es zwischen den beiden Währungen einen sog. Wechselkurs.
Hast du zum Beispiel für 100€ 120USD bekommen (Kurs: 1€ für 1,2USD) und der Kurs des Euros gegenüber des Dollars ist auf 1€ zu 1,1USD gesunken so könntest du beim Tausch zurück in Euro einen Gewinn verbuchen, da deine Dollar jetzt mehr Wert sind.
Und genau so funktioniert auch der Forex-Handel. Man wettet also auf den Verlauf von Währungskursen.

5. Copytrading

Beim Copytrading hast du die Möglichkeit professionelle Trader zu kopieren und automatisiert die gleichen Positionen zu eröffnen wie diese.
Das erspart dir zwar den Aufwand selbst zu spekulieren, jedoch bleibt das Risiko ähnlich hoch.
Auch professionelle Trader machen nicht nur Gewinne!

Chancen und Risiken

Welche Chancen gibt es?

Je mehr du dich in das Thema einarbeitest und je mehr du verstehst wie die Märkte funktionieren, desto höher ist deine Chance mit Trading erfolgreich zu werden.
Mit einem einzigen Investment und ein bisschen Glück ist es also nicht getan.
Die große Chance besteht darin mit bereits wenig Eigenkapital hohe Gewinne zu erzielen und das auch noch ziemlich schnell.

Welche Risiken gibt es?

Fakt ist, dass nur ein geringer Prozentsatz an Tradern langfristig positive Renditen erzielt.
Das Risiko ist also groß, weshalb man auch nicht unbedingt von "investieren", sondern eher von "spekulieren" spricht.
Beim Handel mit Derivaten besteht das Risiko eines Totalverlustes, also dein gesamtes Geld zu verlieren. Besonders hoch ist das Risiko bei Hebelprodukten.
Dessen musst du dir unbedingt bewusst sein!

Worauf solltest du achten?

1. Vorsicht vor Fake-Tradingplattformen!

Trading lockt den potentiellen Kunden (dich) mit der Aussicht auf schnelles Geld.
Das lässt viele unvorsichtig werden und verleitet dazu vorschnell zu handeln.
Bist du auf eine Trading-Plattform gestoßen, dann prüfe vorher genau ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen Geld auf einer Plattform einzahlen und dieses nie wieder ausgezahlt werden kann, da das Geld direkt in die Tasche der Betrüger wandert und nie wirklich investiert ist.

2. Spekulieren ist nicht Investieren!

Was dir von vornherein klar sein sollte, ist dass diese Art der Geldanlage ein höheres Verlustrisiko beinhaltet, als eine klassische Anlage in Vermögenswerte. Wenn du auf Hebelprodukte verzichtest verkleinert sich dieses Risiko etwas.
Auf gar keinen Fall zahlst du Geld auf eine solche Trading-Plattform bevor nicht folgende Punkte erledigt sind:

  1. Du hast dir eine Reserve aufgebaut, die dir im Notfall zur Verfügung steht
  2. Du hast keine Konsumschulden
  3. Du hast deine Finanzen im Griff und bist bereits abgesichert

Sind diese Punkte erfüllt kannst du es dir erlauben mit einem Betrag, den du vorher festgelegt hast und auf welchen du theoretisch verzichten könntest, auf ein Trading-Depot einzuzahlen und damit zu spekulieren. Fange zu Beginn klein an und zahle nicht mehr als ein paar hundert Euro ein.
Alternativ kannst du das Ganze auch erstmal mittels der Demo-Version testen, welche die meisten Plattformen anbieten.
Fazit: Stecke niemals dein gesamtes Geld in eine spekulative Anlage!

3. Begrenze deine Verluste

Befindet sich deine Trading-Position in einem Abwärtstrend und du machst immer mehr Minus, solltest du rechtzeitig verkaufen und deine Verluste begrenzen.
Da die meisten in der Regel diesen Ausstiegszeitpunkt verpassen, macht es Sinn einen automatischen Verluststopp zu aktivieren. Dieser wird automatisch ausgelöst, sobald die Position einen bestimmten Prozentsatz Verlust gemacht hat und verkauft diese sofort.
Ein gängiger Fehler ist außerdem bei derartigen Verlusten nachzukaufen.
Man sollte nicht vergessen, dass man hier keinen Vermögenswert besitzt, sondern nur einen Kurs kopiert und das Geld in einem kurzfristigen Finanzinstrument steckt.

Ist Trading was für dich?

Trading ist was für dich, wenn...

  • dich starke Kursschwankungen nicht nervös machen
  • du dir bewusst bist, dass dein eingesetztes Geld weg sein könnte und du dadurch in keine finanziellen Schwierigkeiten kommst
  • du keine Konsumschulden hast
  • du dir die Grundlagen des Trading angeeignet hast und weißt was du tust 

Trading ist nichts für dich, wenn...

  • du bei Kursschwankungen leicht nervös wirst
  • du das eingesetzte Geld nicht verlieren darfst
  • du noch keine Reserve aufgebaut hast
  • du noch keine stabilen finanziellen Verhältnisse hast

Fazit:

Grundsätzlich spricht nichts dagegen mit einem kleinen Teil seines Vermögens etwas zu zocken.
Stelle dir aber die Frage ob du in der Lage bist deine Emotionen beiseite zu lassen und rational zu bleiben. Gier sollte nicht der Treiber sein, da du sonst Gefahr läufst bei Totalverlust noch mehr Geld einzuzahlen und vorschnelle Entscheidungen zu treffen.


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