Wohnung mieten

Ratgeber

 (2026)

Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

In diesem Beitrag erfährst du...
worauf du bei Mietwohnungen achten solltest
welche Versicherungen du benötigst
welche Alternative es zur Mietkaution gibt

Worauf solltest du achten?

Kaltmiete & Warmmiete

Die Kaltmiete beschreibt den Anteil, welcher direkt dem Vermieter zufließt. Es handelt sich quasi um die Nettomiete ohne Nebenkosten.
Nebenkosten sind Gebühren für Müll, Schneeräumen, Hausmeister, Gartenpflege, Säuberung des Treppenhauses, Abwasser, usw.
Hast du als Mieter selbst Pflichten, wie z.B. Schneeräumen, so fallen die Nebenkosten in der Regel etwas geringer aus.
Manchmal findet man in Wohnungsinseraten den Begriff Gesamtmiete. Dieser findet oft Anwendung, wenn in der Miete zwar die Nebenkosten berücksichtigt wurden, jedoch nicht die Heizkosten.
In der Warmmiete sind nun die Miete inkl. Neben- und Heizkosten vorhanden.
Für die Heizkosten wird ein Pauschalwert hergenommen. Heizt du mehr, musst du die Differenz nachzahlen. Heizt du weniger, wird dir die Differenz erstattet.
In beinahe jedem Fall muss sich der Mieter um Strom und Internet selbst kümmern. Diese Kosten kommen also noch auf die Warmmiete obendrauf.

Die Warmmiete und die Stromkosten ergeben also insgesamt den Betrag, welchen du monatlich auf jeden Fall bezahlen musst. Das solltest du unbedingt berücksichtigen.

Was ist eine Mietkaution?

Beinahe jeder Vermieter verlangt von seinem Mieter eine sogenannte Mietkaution.
Diese wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
Die höhe der Kaution darf maximal 3 Monatskaltmieten betragen. Sie dient dem Vermieter als Sicherheit, solltest du in der Wohnung etwas beschädigen oder die Miete nicht bezahlen hat der Vermieter das Recht diese Kaution zu verwerten. Bis dahin muss dieser die Kaution sicher verwahren.

Es gibt allerdings auch eine Alternative, um sich den hohen Geldbetrag, der zu Mietbeginn fällig wird, zu sparen. Diese Alternative nennt sich Mietaval. Das heißt, dass du eine kleine Gebühr an eine Bank oder Versicherung bezahlst, welche wiederum den Kautionsbetrag zu Verfügung stellt. Der Vermieter bekommt statt dem Geld eine Bürgschaftsurkunde, welche ihm die Kaution garantiert.

Welche Versicherungen brauche ich?

Private Haftpflichtversicherung

Die Pflicht zur Haftung gehört in Deutschland zu den am häufigsten auftretenden Schadensfällen.
Die Haftpflichtversicherung schützt vor Schadensansprüchen gegen dich und wehrt unberechtigte Forderungen ab.
Das heißt, dass du einen Schaden an einer Person oder einem Gegenstand verursacht hast und laut Gesetz auch dafür gerade stehen musst. So etwas kann jedem passieren.
Wenn man dann allerdings viel Geld bezahlen muss, um den Schaden wieder in Ordnung zu bringen, ist das weniger schön. Besonders, wenn man es sich dann gar nicht leisten kann, ist es für beide Parteien eine im schlimmsten Fall existenzbedrohende Situation.

Dabei geht es um simple Schäden, wie der Weinfleck auf dem Teppich der Nachbarn bis hin zu existenzbedrohenden Schäden an deinen Mitmenschen.
Vom Smart Phone des Kumpels bis hin zum Fahrradunfall mit Verletzten deckt die Haftpflichtversicherung sehr hohe Schadenssummen ab.
Kaputtes Smart Phone - Schaden: 800€
Verletzter durch einen durch dich verursachten Unfall - 2,7 Mio.€ (Schmerzensgeld, Reha, usw.)

Achte bei deiner Haftpflichtversicherung darauf, dass Mietschäden mit abgedeckt sind.
Wohnst du in einem Mehrfamilienhaus mit einer großen Schließanlage, lohnt sich auch die Klausel "Schlüsselverlust" in deinem Vertrag. Solltest du deinen Haustürschlüssel verlieren muss in einem solchen Haus die gesamte Anlage ausgetauscht werden. Diese Kosten übernimmt die Versicherung.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung deckt Schäden an deinem Hab und Gut ab.
Von deiner Kleidung über Möbel bis hin zu wertvollem Schmuck. Alles dein Eigentum. Alles Hausrat.
Geh doch einfach mal mit einem Taschenrechner durch die Zimmer und rechne dir grob aus, wie viel dich das alles gekostet hat. Selbst bei bescheidener Lebensweise kommt da einiges zusammen.
Überlege nun, ob du all das im Falle eines Feuers, eines Einbruchs, Leitungswasserschadens oder bei Schäden durch Überspannung und Blitzeinschlag ersetzen könntest.

Rechtschutzversicherung

Besonders Mietverhältnisse enden immer häufiger in Rechtsstreitigkeiten. Das liegt vor allem an immer komplizierter werdenden Gesetzen.

Ein solcher Rechtsstreit kostet Geld. Und oft mehr als man sich leisten kann.
Eine Rechtsschutzversicherung hilft dir dabei, dein Recht vor Gericht durchzusetzen, ohne die hohen Anwalts- und Gerichtskosten fürchten zu müssen.
60% der Deutschen waren schon einmal in einen Rechtsstreit verwickelt.
Egal, ob dir jemand Unrecht angetan oder dich zu Unrecht beschuldigt hat, die Rechtsschutzversicherung steht dir sowohl beratend als auch finanziell zur Seite.
Mit einer solchen Versicherung hast du einen Anwalt immer in deiner Hosentasche dabei. Nur einen Anruf entfernt und das bestenfalls 24h am Tag.

Einzug in eine Wohnung

Die Wohnungssuche

Die Meisten nutzen für die Suche nach einer passenden Wohnung heutzutage Online-Portale. Dort findet man zu jeder Wohnung Detailangaben und Bilder.
Leider kommt es immer wieder vor, dass auf solchen Plattformen Betrüger versuchen unwissende Mietinteressenten um ihr Geld zu bringen.
Werd also misstrauisch, wenn ein Angebot "zu gut ist, um wahr zu sein" und überweise niemals vorab Geld für Besichtigungen, Kaution, oder Reservierungen einer Immobilie.

Die Besichtigung

Ist der Kontakt mit dem Vermieter oder dessen Makler geglückt kann die Wohnung besichtigt werden.
Achte dabei gut darauf, ob die Wohnung und die Umgebung deinen Bedürfnissen entsprechen. Denn hast du den Mietvertrag einmal unterschrieben und der Umzug ist in vollem Gange wirst du dich so einfach nicht mehr umentscheiden können.
Achte auf die passende Raumaufteilung, die Parkplatzsituation oder Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Geschäfte des täglichen Bedarfs und auf die Geräuschkulisse.
Ebenso ist es wichtig auf Mängel in der Wohnung zu achten, welche später unbedingt im Übergabeprotokoll vermerkt werden sollten.

Der Vermieter ist außerdem verpflichtet dir einen Energieausweis vorzulegen, anhand welchem du den zu erwartenden Energieverbrauch abschätzen kannst.

Der Mietvertrag

Hast du eine passende Wohnung gefunden geht es an die Unterzeichnung des Mietvertrages.
Achte hierbei auf folgende Klauseln:

  1. Kündigungsfristen
    Grundsätzlich gilt in Deutschland eine Kündigungsfrist von 3 Monaten für den Mieter. Im Mietvertrag kann allerdings auch etwas anderes geregelt sein.
  2. Reparaturklausel
    Gerne verpflichten Vermieter ihre Mieter Kleinreparaturen selbst zu übernehmen. In den meisten Fällen sind diese Klauseln allerdings unwirksam, da der Gesetzgeber den Vermieter in der Verantwortung sieht die Wohnung für den Mieter in Schuss zu halten. Hast du etwas beschädigt musst du natürlich dafür aufkommen. Dafür gibt es allerdings auch Versicherungen.
  3. Renovierungsklausel
    Diese Klausel verpflichtet dich als Mieter bei Auszug die Wohnung in renoviertem Zustand zu übergeben.
    Das kann recht teuer bzw. aufwendig sein. Versuche derartige Klauseln zu vermeiden.
    Im Übrigen darf dir der Vermieter nicht vorschreiben in welchem Farbton du die Wohnung zurückgeben musst. Der Gesetzgeber schreibt hier nur einen neutralen Farbton vor.

Folgende Dokumente könnte der Vermieter von dir verlangen, um sicher zu gehen, dass du auch in der Lage bist langfristig die Miete zu bezahlen:

  1. Mieterselbstauskunft
    Viele Vermieter verlangen diese Selbstauskunft bereits vor der Besichtigung, um sich vorab ein Bild vom potentiellen Mieter machen zu können. In diesem Formular stehen einige persönlich Daten, wie Name, Alter, Höhe des Gehalts, Arbeitgeber, usw.
    Eine Pflicht dem Vermieter diese Informationen zur Verfügung zu stellen gibt es zwar nicht, allerdings wirst du die Wohnung dann wahrscheinlich auch nicht bekommen.
  2. Gehaltsnachweise
    Der Vermieter möchte natürlich auch wissen, ob du dir die Wohnung leisten kannst. Demnach wird er, zusätzlich zu deinen Angaben in der Selbstauskunft, auch Nachweise verlangen.
  3. Bonitätsauskunft
    Um sicher zu gehen, dass du nicht bereits einen Berg von Schulden angehäuft hast, dich gerade in der Insolvenz befindest oder noch offene Mietrückstände vorhanden sind verlangen die meisten Vermieter eine sogenannte Bonitätsauskunft. Die Schufa bietet hierfür extra ein entsprechendes Zertifikat, welches dem Vermieter keine genauen Auskünfte mitteilt, sondern nur bestätigt, dass du zahlungsfähig bist.
  4. Personalausweis
    Um die Identität des Mieters zu bestätigen verlangt der Vermieter von dir eine Kopie des Personalausweises.

Tipp:

Die Wohnung sollte nicht teurer sein als 1/3 des Haushaltseinkommen.
Auch wenn das in manchen Städten schwierig ist, solltest du dich an diese goldene Regel halten.
Ob die Miethöhe gerechtfertigt ist kannst du am sogenannten Mietspiegel erkennen. Diesen stellt zumeist die Kommune vor Ort bereit und gibt dir einen Überblick über die Quadratmeterpreise vor Ort.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Die Schlüsselübergabe

Bei der Wohnungsübergabe solltest du unbedingt darauf achten, dass ein Übergabeprotokoll ausgefüllt wird, welches Raum für Raum auch kleine Schäden festhält.
Das ist deshalb wichtig, da der Vermieter bei Auszug genau begutachtet ob Schäden durch dich entstanden sind, welche er dir in Rechnung stellt.
Wurden Schäden, die bereits bestanden, nicht festgehalten wird der Vermieter davon ausgehen, dass du diese verursacht hast.
Sichere dich also vorher ab und halte Vorschäden fest. Das Protokoll muss von beiden Parteien unterzeichnet werden. Unterzeichnest du ein Protokoll, in welchem keine Schäden vermerkt wurden, so musst du die Wohnung auch in unbeschädigtem Zustand zurückgeben. Sollte dir im Nachgang ein Schaden auffallen, den du nicht verursacht hast, solltest du diesen sofort melden.
Grundsätzlich ist der Mieter verpflichtet die Wohnung in dem Zustand zurückzugeben, in welchem er sie erhalten hat. Gewöhnliche Abnutzungen zählen allerdings nicht als Schaden. Das sind zum Beispiel Kratzer im Parkett oder Nutzspuren in der Dusche.

Tipp:

Auch die aktuellen Stände der Strom- und Gaszähler sollten bei Übergabe festgehalten werden, um genau nachvollziehen zu können wie viel du verbraucht hast. So kannst du sicher sein, dass man dir nicht zu viel in Rechnung stellt.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Wer zahlt die Maklergebühr?

Viele Vermieter nutzen Makler, um ihre Wohnung an einen passenden Mieter zu bringen. So müssen diese sich um nichts kümmern. Auch Mieter nutzen manchmal einen Makler um die passende Wohnung zu finden. In Deutschland gibt es das sogenannte Bestellerprinzip. Das bedeutet, dass derjenige die Provision an den Makler zahlt, der diesen auch beauftragt hat.
In der Regel zahlt der Vermieter die Provision an den Makler, es sei denn du hast selbst jemanden engagiert.


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