Girokonto

Ratgeber

 (2026)

15
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Ein Girokonto...
dient dem täglichen Zahlungsverkehr
ist in Deutschland unverzichtbar
kann ganz leicht von Zuhause aus eröffnet werden
muss keine Gebühren kosten

Was ist ein Girokonto?

Ein Girokonto ist zunächst mal nur eine Nummer bei einer Bank. Du kannst dir das vorstellen wie einen Topf, in den du Geld legen oder herausnehmen kannst. Die Bank notiert diese Vorgänge und sorgt dafür, dass Geld von einem Topf in einen anderen übertragen werden kann.
Es ist ein Konto, das für den täglichen Zahlungsverkehr genutzt wird und die Basis für deinen „finanziellen Alltag“.
Es wird benötigt, um Zahlungen wie Gehalt oder Steuererstattungen zu empfangen, aber auch um Rechnungen, Miete und sonstige Beiträge (Versicherungen, Fitnessstudio, Abos) zu bezahlen.
Zahlungen mit deiner Konto-Karte, z.B. beim Einkaufen oder Shoppen, werden auch dem Girokonto belastet.
Da Bargeld immer mehr aus der Mode kommt, ist ein Girokonto in Deutschland für die meisten zwingend notwendig.

Tipp:

Überlege dir im Vorhinein, welches Konto am besten zu dir passt. Denn einmal erledigt, obsiegt meist die Gewohnheit oder Bequemlichkeit darüber, etwas zu verändern, obwohl es bedeutet, etwas zu nutzen oder zu bezahlen, was man gar nicht braucht. Auch ein Wechsel kann deshalb durchaus vorteilhaft sein.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

Das richtige Girokonto

Bevor du dich für ein Girokonto entscheidest, solltest du die unterschiedlichen Arten der Banken kennen, die dir aktuell auf dem Markt begegnen können.

1. Filialbanken

Wie der Name schon sagt, zeichnen sich Filialbanken durch ihre Filialen vor Ort aus.
Möchtest du, um deine Bankgeschäfte zu erledigen, eine Filiale aufsuchen, ist das die richtige Bank für dich. Um ein solches Filialnetz aufrecht erhalten zu können, verlangen diese Banken vergleichsweise hohe Kontoführungsgebühren. Das sollte dir vorab bewusst sein. Beispiele für solche Banken sind Sparkassen, Volksbanken, aber auch große Privatbanken, wie die Deutsche Bank oder Commerzbank.

2. Onlinebanken

Online Banken bieten dir keine geographische Präsenz, haben also keine Filialen und sind ausschließlich online erreichbar. Über diese Banken kannst du deine Bankgeschäfte bequem online durchführen. Das bieten natürlich auch Filialbanken mit dem Unterschied, dass Online Banken meist keine oder nur geringe Kontoführungsgebühren verlangen.
Beispiele sind die DKB, ING Diba oder die comdirect.

3. Neobanken

Neobanken sind neuartige Fintech-StartUps, welche sich dadurch auszeichnen, dir Bankgeschäfte nahezu ausschließlich über dein Smartphone zu ermöglichen. Diese StartUps sind noch etwas innovativer als Online Banken und versuchen, Finanzgeschäfte digital und möglichst einfach zu gestalten.
Auch hier entstehen dem Kunden für gewöhnlich keine Kontoführungsgebühren.
Auch diese Banken haben in der Regel keine Filialen.
Beispiele hierfür sind die tomorrow bank, N26 oder Revolut.

Wer nur ein Girokonto benötigt, um seinen täglichen Zahlungsverkehr zu regeln (wie die meisten), ist bei einer Online- oder Neobank gut aufgehoben.
Für kompliziertere Geschäfte mit größeren Finanzierungen und mehreren Konten mit Kreditlinien könnte sich eine persönliche Beziehung zu einer Bank als vorteilhaft erweisen.

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Was ist die IBAN?

Das ist die Nummer, welche dein Girokonto darstellt und benötigt wird, um Zahlungen tätigen zu können.
„IBAN“ steht für „international bank account number“
(Internationale Bankkontonummer)

Sie besteht aus der Prüfziffer, der BLZ und der Kontonummer.
Die IBAN muss bei jeder Zahlung vom Girokonto angegeben werden.

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Was ist der BIC?

„BIC“ steht für „Bank identifier Code“.

Jede Bank hat ihren eigenen BIC. Daran lässt sich erkennen, bei welcher Bank das Girokonto geführt wird.
In Deutschland benötigst du den BIC nicht, um eine Überweisung auszuführen, da sich bereits alle notwendigen Informationen in der IBAN befinden.

Möchtest du Geld ins Ausland überweisen benötigst du zumeist den BIC.

Was ist das Sepa-Verfahren?

In Deutschland werden die meisten Transaktionen per SEPA-Verfahren ausgeführt.
Das sogenannte SEPA-Verfahren soll den Zahlungsverkehr innerhalb Europas standardisieren und vereinfachen.

SEPA ist die Ab­kür­zung für Sin­gle Euro Pa­y­ments Area, zu deutsch: Ein­heit­li­cher Euro-Zah­lungs­ver­kehrs­raum.
Führst du also eine Überweisung von deinem Girokonto aus, nutzt du automatisch das Sepa-Verfahren.
Mehr zum Thema Sepa-Verfahren findest du hier:

Einfach erklärt: SEPA | Deutsche Bundesbank

SEPA-Länder in der Europäischen Union (EUR und ohne EUR):

SEPA-Länder (Euro): 
Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Zypern und Österreich.

SEPA-Länder (ohne Euro): 
Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Dänemark, Ungarn, Polen, Rumänien, Schweden und Vereinigtes Königreich.

Überweisung

Die Überweisung ist wohl ein Klassiker des Zahlungsverkehrs.
Sie ist sowohl beleghaft als auch in elektronischer Form möglich.
Führst du eine Überweisung aus, schickst du einen Auftrag an deine Bank, welche einen bestimmten Betrag an eine andere Bank übertragen soll. Die Empfängerbank schreibt den Betrag dann dem Empfängerkonto gut. Heutzutage geht so etwas blitzschnell. Und zwar per Echtzeitüberweisung. Innerhalb von wenigen Sekunden ist das Geld beim Empfänger. Eine klassische Überweisung, egal ob in beleghafter oder elektronischer Form, dauert in der Regel 1-3 Bankarbeitstage.

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Sepa Überweisungsträger

Um eine Überweisung abschicken zu können, müssen folgende Felder gefüllt werden:

  • Name des Empfängers
  • IBAN des Empfängers
  • Name des Absenders
  • IBAN des Absenders
  • Geldbetrag, den du verschicken möchtest

Mit dem Ländercode besteht die IBAN in Deutschland aus 22 Stellen.
Die IBAN anderer Länder kann kürzer, aber auch länger sein.

Vor allem beim Zahlen von Rechnungen macht es Sinn, einen Verwendungszweck anzugeben, damit der Empfänger die Überweisung einordnen kann. Eine Pflicht besteht diesbezüglich allerdings nicht.
Ebenso unnötig ist der BIC innerhalb Deutschlands, da alle relevanten Informationen in der IBAN enthalten sind.

Kontokarte/ Girocard

Für gewöhnlich bekommt jeder zu einem Girokonto eine sog. girocard.
Früher nannte man diese noch ec-Karte.
Ob deine Karte eine girocard ist, erkennst du an diesem Symbol:

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Mit dieser Karte kannst du im Laden bezahlen oder Bargeld abheben. Und das sogar in der gesamten EU und in einigen weiteren Ländern. Informiere dich vorher aber nochmal bei deiner Bank über die aktuellen Gebühren.
Aufgrund der Akzeptanzstellen ist fürs Ausland dennoch eine Kreditkarte zu empfehlen.
Mit der Karte erhältst du auch eine PIN, welche du dir am besten merkst und nicht in deinem Geldbeutel aufbewahrst.
Solltest du die Karte verlieren, gibt es eine einheitliche Telefonnummer, um sämtliche Karten zu sperren und neu zu beantragen.
Tel.: +49 116 116

Dauerauftrag

Wenn du Zahlungen hast, die sich regelmäßig wiederholen, (z.B. Sparbeiträge, Rechnungen, Miete, usw.) hast du die Möglichkeit, einen sogenannten Dauerauftrag einzurichten.

Dieser führt eine Zahlung von deinem Konto an einen ausgewählten Empfänger zu einem vorab festgelegten Datum automatisch aus.

Beispiel:

Mieter Jan zahlt jeden Monat 550,00€ Miete an Vermieterin Monika.
Damit Jan die Überweisung nicht jeden Monat selbst erneut ausführen muss, richtet Jan einen Dauerauftrag ein. Dieser überweist nun jeden Monat pünktlich und automatisch 550,00€ an Monika.

Lastschrift

Das Lastschriftverfahren ist das Gegenstück zum Dauerauftrag. Hier wird, mit der Erlaubnis des Kontoinhabers, Geld von dessen Konto eingezogen.

Beispiel:

Mieter Jan zahlt jeden Monat 550,00€ Miete an Vermieterin Monika.
Damit Jan die Überweisung nicht jeden Monat selbst erneut ausführen muss, vereinbart Jan mit Monika ein sog. Lastschriftmandat. Dieses Mandat berechtigt Monika, von Jans Konto die Miete einzuziehen.

Jan kann dieser Vereinbarung natürlich jederzeit widersprechen.

Jan hat außerdem die Möglichkeit, die ausgeführte Lastschrift von Monika innerhalb von 8 Wochen durch seine Bank zurückzuholen, sollte diese nicht rechtmäßig gewesen sein.

Eine solche Vorgehensweise kennst du bestimmt schon von Abonnements. Auch hier stimmst du vorher einem Lastschriftmandat zu, das den Empfänger berechtigt, den Abo-Preis von deinem Konto abzubuchen.

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Überziehungsrahmen

Wenn du regelmäßige Einnahmen vorweisen kannst, etwa durch Gehaltseingänge, kannst du bei deiner Bank nach einem Überziehungsrahmen fragen.
Das heißt, dass du dein Konto überziehen, also ins Minus gehen kannst.

In der Regel gewährt die Bank diesen bis zu einer Höhe von drei deiner Nettomonatseinnahmen.

Beispiel: du verdienst 2.000€ Netto p.M. Disporahmen bis zu 6.000€ möglich.

Allerdings ist hier zu beachten, dass dieser Rahmen verzinst wird.
Du musst also für den Betrag, den du ins Minus gehst Zinsen bezahlen. Diese sind zumeist recht hoch.
Der Disporahmen ist daher ausschließlich für kurzfristige Nutzung gedacht.

Nähere Informationen erhältst du im Artikel Kreditrahmen/Dispokredit.

Grundsätzlich ist von einem Dispokredit abzuraten, denn er verleitet zu dauerhaften Überziehungen, aus welchen man dann nur schwerlich wieder herauskommt, was wiederum eine hohe Zinsbelastung nach sich zieht.
Wann und ob ein Überziehungsrahmen Sinn macht, musst letztlich du selbst entscheiden.
Das Dispo-Limit sollte deine monatlichen Einnahmen allerdings keinesfalls übersteigen und die Nutzung sollte sich auf nur wenige Tage begrenzen.

Einlagensicherung

Vielleicht hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob dein Geld auf dem Girokonto eigentlich sicher ist.
In Deutschland gibt es die sog. Einlagensicherung. Das heißt, dass dein Geld bis zu 100.000€ pro Bank gesichert ist. (zum Beispiel im Falle einer Bankenpleite)
Dennoch ist davon abzuraten, hohe Beträge auf dem Girokonto zu parken.
Da das Girokonto für den täglichen Zahlungsverkehr gedacht ist, kommt es vor, dass Kontoinhaber Opfer eines Betrugs o.ä. werden.
Unsere Empfehlung: Parke nie mehr auf dem Konto als das, was du im Monat für Fixkosten und sonstige Aktivitäten benötigst. Alles Weitere solltest du auf ein Tagesgeldkonto übertragen, da sich diese Kontonummer nicht wie beim Girokonto im "Umlauf" befindet. Für eine Abhebung oder Überweisung ist zuerst eine Umbuchung auf das verknüpfte Girokonto (sog. Referenzkonto) notwendig, was natürlich deine Zustimmung benötigt.
Das sorgt auch für mehr Übersicht. Lies hier am besten den Artikel Grundlagen: Finanzieller Alltag.


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