Grundlagen: Finanzen im Alltag

Ratgeber

 (2026)

15
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Hier lernst du...
warum es sinnvoll ist in Finanzbildung zu investieren
wie du dich finanziell besser aufstellst
wie du eine Vermögensaufstellung machst
wie du deine Finanzen automatisierst

Warum sollte man sich finanziell besser aufstellen?

Wenn man Geld richtig behandelt, ist es wie ein folgsamer Hund, der einem nachläuft. ~ Howard Hughes

Für eine gute Finanzstrategie ist es zunächst erforderlich, ein starkes Fundament zu errichten.
Starte hierfür mit deinem "finanziellen Alltag".
Dieses Fundament besteht aus folgenden Bausteinen:

  • Bestandsaufnahme deiner Finanzen
  • Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben
  • Schulden abbauen
  • Reserve aufbauen
  • Finanzen automatisieren

Wie der Name "Finanzieller Alltag" schon vermuten lässt, geht es um deine alltäglichen Geschäfte und Tätigkeiten mit Geld.
Was unsere finanzielle Situation maßgeblich beeinflusst, ist nämlich vor allem unsere Denkweise und unser Umgang mit Geld.

Möchtest du finanziell unabhängiger werden, weniger Stress und mehr Freiheit erreichen, musst du dich an ein paar Regeln halten und deine Finanzen entsprechend ausrichten.

Gründe für Finanzbildung

  • Keine Geldsorgen/Mehr Geld
  • Finanzfallen erkennen
  • Finanzielle Sicherheit in schlechten Zeiten
  • Mehr Zeit für die Dinge, die dir wichtig sind
  • Weniger Stress und mehr Souveränität
  • Unabhängigkeit von anderen Menschen
  • Bessere Finanzentscheidungen treffen
  • Freiheit, dein Leben nach deinen Wünschen zu gestalten

Unterm Strich bedeutet das für dich mehr Geld und Lebensqualität.

1. Die Finanzbilanz

Die Finanzbilanz ist eine Vermögensaufstellung.
Nimm dir etwas Zeit und stelle dein Guthaben und deine Schulden gegenüber.
So verschaffst du dir eine gute Übersicht deiner finanziellen Situation.

bilanz

2. Einnahmen- Überschussrechnung (EÜR)

Die "EÜR" erstellst du, indem du deine monatlichen Einnahmen und Fixkosten auflistest.
So kannst du genau nachvollziehen, wie viel Geld dir nach deinen Fixkosten übrig bleibt und Schritt für Schritt versuchen, diese auf ein Minimum zu reduzieren. Das hilft dir die Lücke zwischen Einnahmen (z.B. Gehalt) und Ausgaben (z.B. Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, usw.) zu vergrößern, um mehr Geld im Monat übrig zu haben.
Eine große Hilfe stellt dabei das Automatisieren deiner Finanzen dar.

beispiel euer neu

Liste jede Ausgabe am besten einzeln auf, so dass du genau siehst, wie viel Geld wohin fließt.
Jetzt gilt es, diese Fixkosten zu optimieren, indem du z.B. einen günstigeren Handytarif findest.

Nachdem alle wichtigen Posten bereits zum Monatsbeginn abgebucht wurden, kannst du den frei verfügbaren Betrag ausgeben wofür du möchtest, ohne befürchten zu müssen, dass am Ende des Monats das Geld knapp wird. Wie man das automatisiert erfährst du im Folgenden.

3. Finanzen automatisieren

Den meisten Menschen fällt es schwer, den Überblick über ihr Geld zu behalten. Wie das Geld reinkommt so fließt es wieder raus und am Ende des Geldes ist noch ganz schön viel Monat übrig. Das passiert nicht etwa, weil du dumm bist, sondern weil es in unserer Natur liegt. Menschen, die keine finanziellen Probleme haben, sind entweder steinreich oder haben gelernt, mit Geld umzugehen. Das kannst du auch!

Bezahle dich selbst zuerst, indem du direkt am "Zahltag", also dann, wenn dein Gehalt auf dein Konto fließt, Daueraufträge einrichtest, die dein Geld jeden Monat automatisch verteilen.
Hierfür benötigst du mindestens zwei Girokonten und ein Depot. (+ ein Tagesgeldkonto, das zur Aufbewahrung der Notreserve dient)

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In diesem Modell wird dein Gehalt auf dein Basisgirokonto gezahlt. Von diesem Basiskonto gehen dann, per Dauerauftrag, sämtliche Fixausgaben, wie Miete und Nebenkosten, jeden Monat automatisch weg. Auch deine eigens eingerichteten Daueraufträge für Sparen und Freizeit. Diese gehen an dich selbst. Nämlich an ein zweites Girokonto und ein Depot. Auf das zweite Girokonto überträgst du automatisch per Dauerauftrag jeden Monat eine Freizeit-Pauschale für dein Hobby, Konsum und Aktivitäten mit Freunden und Familie. So kannst du nun also maximal das ausgeben, was du dir selbst als Limit gesetzt hast.
Eine Alternative zum Spaßkonto ist das Haushaltskonto. Anstatt dir ein Limit für deine Freizeitausgaben zu setzen, kannst du dir auch eine Pauschale für deine Haushaltsausgaben setzen. Also für deine Lebensmittel- und Drogerieeinkäufe. Das kannst du natürlich selbst entscheiden.
Hierbei ist es ratsam, sich eine Bank zu suchen, die für ihr Konto weitere Unterkonten anbietet. So kannst du für bestimmte Bereiche, wie fürs Auto oder einen Urlaub, kurzfristig Geld beiseitelegen, ohne dass du befürchten musst, es versehentlich auszugeben und du behältst eine bessere Übersicht.
Auf das Depot geht deine Sparpauschale (z.B. für die Altersvorsorge).


Wie das genau funktioniert erklären wir dir in der Akademie.

4. Schulden tilgen

Hast du verzinste Schulden? Dann gilt es, diese möglichst schnell loszuwerden.
Das klingt natürlich einfacher als es ist.
Schulden, die dich Zinsen kosten, sollten zuerst abbezahlt werden. Denn negative Zinsen sind ein garantierter Zins, den du mit Garantie bezahlen musst.
Wenn du also verschuldet bist und etwa 5% Zinsen auf diese Schulden bezahlen musst, müsstet du erstmal eine Geldanlage finden, die dir garantiert mehr Zinsen einbringt.
Es ist also lukrativer, wenn du Schulden vor dem Vermögensaufbau tilgst.
(Natürlich sprechen wir hier von Konsumschulden und nicht von Investitionskrediten.)

Bei mehreren Krediten macht eine Umschuldung Sinn. Das bedeutet, dass du einen einzigen Kredit aufnimmst, vorzugsweise mit günstigeren Zinsen, und deine bestehenden Darlehen damit ablöst. Das verschafft dir eine bessere Übersicht (nur noch eine Kreditrate) und in den meisten Fällen sparst du dir sogar Zinsen.

Tipp!

Vermeide Konsumkredite.
Das Auto, der Fernseher, das neue Handy. Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese Dinge über einen längeren Zeitraum finanziert werden.
Das ist der Start in die Schuldenfalle und einen Schritt weiter weg vom finanziellen Erfolg.
Man nimmt sich selbst ein Stück Freiheit und lebt über seine Verhältnisse.
Also bleib realistisch und kaufe dir nur das, was du dir wirklich leisten kannst. Deine Freiheit für ein kurzes Glücksgefühl einzuschränken, ist kein guter Deal.

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Lucas Berberich
Finanzexperte

5. Der Notgroschen

Bilde eine Rücklage. Eine Reserve für den Notfall zu haben, gehört zur Basis finanzieller Freiheit. Orientiere dich hierbei an der Faustregel: ca. 3 Nettomonatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto (Unterkonto zum Girokonto) griffbereit zu haben. Alternativ könntest du dich für die Höhe der Rücklage auch an deinen Ausgaben orientieren. Ein Gutverdiener, der sehr bescheiden lebt, kommt auch mit einer geringeren Reserve aus. Sollte eine unerwartet hohe Ausgabe auf dich zukommen, kannst du also schnell und flexibel darauf reagieren, ohne Probleme zu bekommen. Beispiele für einen solchen Notfall reichen von der kaputten Waschmaschine oder der Autopanne über eine längere Krankheit bis hin zum Verlust der Arbeit. Unser Leben verläuft nun mal nicht immer nach Plan und im Notfall verschafft uns eine ausreichende Reserve mehr Luft zum Atmen.

Beispiel: Dein Netto-Monatsgehalt = 1.850€
Ziel: Rücklage in Höhe von ca. 5.500€ ansparen.
Je nachdem wie viel Sicherheit sich dein Bauchgefühl wünscht, kannst du auch auf 6.000€ aufrunden.
Natürlich sollest du es auch nicht übertreiben mit der Rücklage. Denn ein Tagesgeldkonto wirft nun mal keine bzw. nur geringe Zinsen ab und die jährliche Inflation zehrt Vermögen, das unverzinst rumliegt langsam auf. Bei einem Netto-Gehalt von 1.850€ wäre eine Reserve von 20.000€ also ziemlich übertrieben.
Bitte verwechsle die Rücklage nicht mit dem Zielsparen. Sparst du Geld für den Urlaub oder eine Immobilie, solltest du das getrennt von deiner Reserve verwahren.

6. Finanzielle Risiken absichern

In unserem Leben begegnen uns unzählige Finanzfallen und je nach Lebenssituation finanzielle Risiken, welche unsere Existenz von heute auf morgen ruinieren können.
Ebenso gefährden diese Risiken unseren Vermögensaufbau und die Ziele, welche wir uns fürs Leben gesetzt haben.

Klassiker sind hierbei eine plötzliche langanhaltende Krankheit, ein durch dich verursachter Personenschaden oder der Verlust der Arbeit.
Die meisten Menschen haben diesbezüglich leider die Einstellung, dass einem selbst so etwas schon nicht passiert. "So etwas passiert nur den anderen."
Bis es uns dann doch trifft...

Es geht nicht darum, möglichst viel abzusichern und 10 verschiedene Versicherungen zu haben. Es reicht vollkommen, einige wenige Risken, die existenzbedrohenden Risiken, abzusichern. Es geht darum, unerwarteten Ereignissen, die unser Leben auf den Kopf stellen, vorzubeugen, denn das Leben läuft nicht immer nach Plan.
Je nach Lebenssituation sind unterschiedliche Risiken relevant.
Welche das für dich sind, findest du über unseren Finanz-Navigator heraus.

7. Deine Rente

Da wir nicht abschätzen können, wie sich die Politik in den nächsten 50 Jahren entwickelt, ist es in Bezug auf die gesetzliche Rente, vor allem für junge Menschen, sehr leichtsinnig, sich auf eben diese blind zu verlassen. Viele Bürger stehen nun vor einem riesigen Problem. Denn die garantierte Rente reicht für die meisten bei Weitem nicht aus und viele müssen sich deshalb von ihrem gewohnten Lebensstandard verabschieden oder rutschen sogar in die Armut ab. Lies dir doch einfach mal deinen Rentenbescheid genau durch. Die Bundesregierung selbst rät dort eindringlich zu privater Vorsorge.
Die Altersvorsorge sollte für dich, wie zum Beispiel die Miete, eine monatliche Fixausgabe sein und etwa 10% - 20% deines Netto-Monatsgehaltes betragen. Wie du dabei am besten vorgehst erfährst du im Artikel "Risiko Altersarmut".

Tipp!

Grundsätzlich solltest du deine finanzielle Situation einmal im Jahr überprüfen.
Das macht vor allem dann Sinn, wenn sich deine Lebenssituation oder deine Zukunftspläne geändert haben.
Planst du in Zukunft nun einen Immobilienkauf oder eine Familie zu gründen, kommen einige finanzielle Veränderungen auf dich zu. Auch andere große Anschaffungen solltest du in deiner Finanzstrategie berücksichtigen.

Unser Tipp für deinen finanziellen Alltag: (min. einmal im Jahr)

  • Finanzbilanz
  • Einnahmen- Überschussrechnung (Haushaltsrechnung)
  • Gehaltserhöhung erhalten? = Sparrate (oder Tilgung) erhöhen
  • Gebühren Girokonten prüfen = Wechsel erforderlich?
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Lucas Berberich
Finanzexperte

Da das genaue Vorgehen den Rahmen dieses Artikels bei Weitem sprengen würde, haben wir für dich einen Rundum-Finanzkurs zusammengestellt. Von der Basis, über Risikoabsicherung bis hin zum Vermögensaufbau wird dir dort Schritt für Schritt erklärt, wie du vorgehen sollst. Investiere in dich selbst und starte noch heute!


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Du weißt gar nicht wo du anfangen sollst?
Wir führen dich gern Schritt für Schritt durch den Finanzdschungel.
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