Was ist Altersvorsorge?
Altersvorsorge ist ein Überbegriff für alle Finanzlösungen, die dazu dienen sollen, dir im Ruhestand ein gutes und würdevolles Leben zu ermöglichen, wenn man kein Einkommen mehr aus einer Arbeit bezieht.
Das kann eine Versicherung sein, aber auch Wertpapiere und materielle Wertgegenstände, wie zum Beispiel eine Immobilie.
Im Ruhestand erhältst du kein Gehalt mehr, sondern eine Rente vom Staat. Um diese zu erhalten, musst du während deiner Arbeitszeit in die staatliche Rentenkasse eingezahlt haben. Besonders Selbstständige und Privatversicherte, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sind später mal auf eine gute Altersvorsorge angewiesen.
Bist du finanziell gut aufgestellt?
Trag dich ein und erhalte eine gratis Checkliste, um zu prüfen wie gut du finanziell dastehst.
Für wen ist das sinnvoll?
Die Vorsorge für den Ruhestand ist ein Thema, das nahezu jeden beschäftigt. Auch vermögende Menschen.
Denn auf die gesetzliche Rente können wir uns dabei nicht verlassen. Sie ist vielleicht sicher, aber zumeist zu niedrig.
Deinen gewohnten Lebensstandard wirst du allein mit der gesetzlichen Rente höchstwahrscheinlich nicht halten können.
Wer also im Ruhestand nicht jeden Euro zwei Mal umdrehen möchte, muss schon früh etwas zur Seite legen.
5 Argumente um jetzt zu starten
- Höhere Lebenserwartung
Unsere Gesellschaft wird tendenziell immer älter und unsere Gesundheit verbessert sich stetig.
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei einer Geburt in Deutschland beläuft sich für Männer auf 78,6 und für Frauen auf 83,4 Jahre. Damit hat sich die Lebenserwartung seit 1870 mehr als verdoppelt. (~Statista)
Das heißt auch, dass wir mehr aktive Jahre im Ruhestand haben werden.
Reisen, shoppen und ein sonst finanziell sorgenfreies Leben genießen: all das ist im Ruhestand möglich. Aber natürlich nur, wenn auch die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind. - Steigende Gesundheitsausgaben
Mit unserer immer besser werdenden Gesundheit geht auch ein Anstieg der Gesundheitsausgaben einher.
Die Ausgaben für Gesundheit sind in den vergangenen Jahren in Deutschland kontinuierlich angestiegen.
Im Jahr 2000 betrugen sie laut Weltbank noch 2.180€ je Bundesbürger. 19 Jahre später waren es 4.944€, also mehr als doppelt so viel.
Gesundheit hat nun mal ihren Preis und bei einer weiter steigenden Lebenserwartung wird dieser ebenso weiter steigen.
Wer die bestmögliche medizinische Versorgung auch im hohen Alter, dann wenn sie besonders wichtig wird, genießen möchte, muss sich eine entsprechende Versicherung leisten oder in der Lage sein, Leistungen, welche die gesetzliche Krankenkasse nicht übernimmt, tragen zu können. - Versorgungslücke
Die gesetzliche Rente bietet den Deutschen eine Grundsicherung im Alter, doch je nach Anspruch an seinen Lebensstandard entsteht hier eine Lücke zu dem vorher erhaltenen Einkommen.
Wer im Alter seinen Lebensstandard halten möchte, muss vorsorgen. Die Regierung selbst weist darauf in der jährlichen Renteninformation hin.
Bis 2030 wird die Rente auf ein Niveau von ca. 43% sinken. Vor Steuern. Das ist nicht gerade üppig. - Inflation
Die Marktpreise steigen jedes Jahr. Das ist nicht ungewöhnlich und hat auch einen Namen: Inflation.
Bei einer mäßigen Inflationsrate von jährlichen 2% haben 3.000€ in 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 2.019€.
Wenn man sein Geld also nicht anlegt, sondern stilllegt (etwa auf einem Girokonto), verliert das Geld dadurch Jahr für Jahr an Kaufkraft.
Für deine Altersvorsorge ist das natürlich fatal. Um eine Investition am Kapitalmarkt kommst du also nicht herum. - Zeit
Bist du geduldig, wirst du belohnt. Denn je länger der Zeitraum bis zur Rente, desto länger kannst du noch sparen.
Wer früh anfängt, monatlich etwas zur Seite zu legen, profitiert von der langen Laufzeit und dem Zinseszins.
Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass man für eine längere Spardauer zusätzlich belohnt wird.
Fängst du mit 30 Jahren an, 150€ im Monat zu sparen und erzielst eine jährliche Rendite von etwa 5% (niedrig geschätzt, meistens ergibt sich eine deutlich höhere Rendite), stehen dir an deinem 65. Geburtstag 170.414€ zur Verfügung.
Fängst du hingegen erst mit 50 Jahren an zu sparen, beläuft sich dein Endkapital auf gerade mal 40.093€.
Je länger also die Laufzeit, desto besser. Fang also möglichst früh an, auch wenn es nur kleinere Beträge sind.
Die gesetzliche Rente
Unsere gesetzliche Rente finanziert sich durch das sog. Umlageverfahren.
Stell dir die Rentenkasse als einen großen Topf vor.
Die arbeitende Bevölkerung zahlt mit ihren Beiträgen in diesen Topf ein und die Rentenkasse verteilt das Geld aus dem Topf wieder an die Menschen im Ruhestand, welche sich durch ihre vergangene Arbeit einen Anspruch auf eine Rente aus dem Topf verdient haben.
Wie das Geld reinkommt, so fließt es also auch gleich wieder hinaus.
Diesen Anspruch auf eine gesetzliche Rente erhältst du, sobald du 5 Jahre in den Topf eingezahlt hast, also 5 Jahre lang mitversichert warst. Dabei zählen auch Kindererziehungszeiten oder Kinderberücksichtigungszeiten.
Abrufen kannst du diese allerdings erst, wenn du ein bestimmtes Alter erreicht hast.
Diese Altersgrenze steigt seit 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre an.
Der Grund hierfür ist die steigende Lebenserwartung.
Die Höhe der Rente
Die Höhe deiner Rente ist abhängig von sog. Rentenpunkten, welche du während deines Berufslebens sammeln kannst.
Jedes Jahr werden deinem "Konto" bei der Rentenkasse diese Rentenpunkte gutgeschrieben.
Als Berechnungsgrundlage dient hierbei das Durchschnittsgehalt eines deutschen Bürgers.
Dieses liegt 2022 im Westen bei 38.901€ und im Osten bei 37.333€.
Verdienst du eben dieses Durchschnittsentgelt, bekommst du einen Rentenpunkt. Verdienst du nur die Hälfte, bekommst du auch nur einen halben Punkt. Verdienst du mehr erhältst du auch mehr Punkte.
Da man nur bis zur sog. Beitragsbemessungsgrenze Beiträge vom Gehalt in die Rentenkasse zahlt, ist die Höhe der Punkte, die du im Jahr bekommen kannst, gedeckelt.
(Beitragsbemessungsgrenze 2022 = 84.600€ / somit maximal 2,17 Rentenpunkte möglich)
So berechnest du deine Rentenpunkte
Dein Jahreseinkommen / Durchschnittseinkommen = Rentenpunkte
Beispiel:
Du verdienst im Jahr 2022 (im Westen) 35.000€ Brutto.
35.000€ / 38.901€ = 0,89 Rentenpunkte
Um deine Rente zu berechnen, kannst du folgende Formel nutzen:
Rentenpunkte X aktueller Rentenwert = Rentenhöhe
2022 ist ein Rentenpunkt im Westen 36,02€ und im Osten 35,52€ (monatliche Rente) wert.
Hättest du also 45 Jahre lang immer genau das Durchschnittsentgelt verdient und ununterbrochen in die Kasse eingezahlt, hättest du heute (2022) einen Rentenanspruch in Höhe von 1.620,90€ monatlich (West).
Achtung: Krankenkassenbeiträge und Steuern sind noch nicht abgezogen!
Zusätzlich berücksichtigen musst du natürlich Abschläge, wenn du vor dem Regelalter (65-67 Jahre) in den Ruhestand gehst.
Für jeden Monat, den du früher in Rente gehst, mindert sich dein Anspruch um 0,3 Prozent.
Jeder Monat, den du länger arbeitest bringt dir 0,5% mehr ein.
Gut zu wissen!
Die individuellen Informationen zu deiner Rente erhältst du in der jährlichen Renteninformation.
Diese erhältst du allerdings erst ab dem 27. Lebensjahr und wenn du bereits 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hast.
Ab dem 55. Lebensjahr erhältst du statt der Renteninformation alle drei Jahre eine Rentenauskunft.
Aber warum wird die gesetzliche Rente immer niedriger?
Besonders problematisch ist der sog. demographische Wandel.
Das bedeutet, dass immer mehr Bürger immer älter werden und es somit immer mehr Leistungsempfänger bei weniger werdenden Beitragszahlern gibt.
Außerdem stehen wir aktuell vor einem massiven Alterungsschub, wenn die Jahrgänge 1955-1970 in den Ruhestand gehen. Das beginnt bereits Mitte dieses Jahrzehnts.
Diese Generation nennt man die "Babyboomer-Generation", da die Geburtenrate in diesen Jahrgängen besonders hoch war.
Wenn diese Menge an Menschen, welche aktuell noch Beiträge in die Rentenkasse zahlt, in den Ruhestand geht und zu Leistungsempfängern wird, fehlt der Kasse eine Menge Geld.
Kurzgesagt:
Es gehen immer mehr Menschen in Rente und beanspruchen einen Teil des "Topfes", während zugleich diejenigen, die in besagten Topf einzahlen, weniger werden.
Ist weniger im Topf, kann man auch nur weniger verteilen.
Welche Möglichkeiten gibt es?
In Deutschland unterteilt man die Altersvorsorge in 3 Schichten.
Fachleute sprechen auch von den drei Säulen der Altersvorsorge, welche sich vor allem nach ihrer steuerlichen Behandlung unterscheiden.
- Erste Säule (Gesetzliche Rente)
Die erste Säule stellt die Basisversorgung dar. Dazu gehört die gesetzliche Rentenversicherung (für Angestellte und einige Selbstständige verpflichtend), berufsständische Versorgungswerke (für bestimmte Berufsgruppen z.B. Ärzte, Architekten, usw. verpflichtend) und auch die Rürup-Rente, welche vor allem für viele Selbstständige die Basisversorgung darstellt. Abschließen kann die Rürup-Rentenversicherung allerdings jeder.
Die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung und die Versorgungswerke können Sparer vollständig von der Steuer absetzen. Die Rürup-Rente (Stand 2022) zu 94%. Bis 2025 dann ebenfalls zu 100%.
Dafür muss die Rente später auch versteuert werden. - Zweite Säule (Betriebliche Altersvorsorge)
Zur zweiten Säule zählen geförderte Vorsorgeverträge, wie Riester-Verträge und betriebliche Altersvorsorge.
Diese kommen vor allem für Angestellte in Frage.
Einerseits sind hier staatliche Zulagen möglich und andererseits lassen sich Beiträge von der Steuer absetzen.
Bei der betrieblichen Altersvorsorge spart man als Arbeitnehmer zumeist in eine klassische Rentenversicherung und hat den Vorteil, dass auf diese Beiträge keine Steuern und Sozialabgaben anfallen.
Renten aus der zweiten Säule muss man im Alter mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.
Außerdem werden auch die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. - Dritte Säule (Private Altersvorsorge)
In die dritte Säule fallen alle privaten Altersvorsorgeverträge. Das können zum Beispiel Rentenversicherungen sein. Diese Verträge werden nicht gefördert und aus dem Nettogehalt bespart.
Das heißt, dass du bereits Einkommenssteuer auf die Beiträge gezahlt hast.
Dafür müssen in der Ansparphase keine Steuern auf Zinserträge oder Dividenden gezahlt werden und auch die Rente wird nur zum Teil versteuert.
Eine weitere Möglichkeit privat vorzusorgen ist, anstatt klassische Altersvorsorgeprodukte abzuschließen, zum Beispiel in einen Indexfonds zu investieren und mittels Sparplan über eine lange Laufzeit zu besparen.
Diese Variante wird zwar nicht gefördert, ist jedoch sehr flexibel und bietet zudem eine Chance auf eine viel höhere Rendite.
Da sich die gesetzliche Rente nach deinem Einkommen und somit nach den Rentenpunkten richtet, kannst du diese nicht groß beeinflussen.
Worum du dich allerdings kümmern kannst, ist eine betriebliche und/oder private Vorsorge.
Die wichtigste Frage zur Altersvorsorge bleibt:
Reicht die Rente, um einen gewissen Lebensstandard im Ruhestand zu sichern?
Aus diesen Optionen kannst du wählen:
Riester-Rente
Rürup-Rente
Betriebsrente
Rentenversicherung
Aktienfonds
Immobilie
So gehst du vor
Tipp!
Bevor du dich um deine Altersvorsorge kümmerst sollten folgende Punkte erledigt sein:
- Konsumschulden abbezahlt
- Einnahmen und Ausgaben kennen
- Notgroschen aufgebaut
Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel Grundlagen Finanzieller Alltag und der Akademie.
- Bestandsaufnahme
Im ersten Schritt solltest du eine Bestandsaufnahme machen.
Das heißt, zu prüfen, was du bereits für die Altersvorsorge getan hast bzw. wie viel Rente dir vom Staat oder einem Versorgungswerk zugesichert wird.
Beachte hierbei auch bereits abgeschlossene private Altersvorsorge (z.B. eine Versicherung, o.ä.).
Verschaffe dir hierzu einfach eine gute Übersicht. - Rentenlücke bestimmen
Um die Lücke zu bestimmen, welche sich im Ruhestand zwischen deinem Gehalt und der zu erwartenden Rente auftut, ist es wichtig, seinen Bedarf zu kennen.
Also, wie viel Geld im Monat möchtest du zu Verfügung haben bzw. brauchst du, um deine Lebenskosten zu decken. Hierbei hilft eine einfache Haushaltsrechnung.
Die meisten kommen im Ruhestand mit weniger Geld aus, als sie bis zum Ende ihres Berufslebens zu Verfügung hatten. Im Schnitt sind das etwa 80-85% des letzten Nettogehalts.
Ausgaben für die gesetzliche Rentenkasse, Beiträge zur Altersvorsorge und zum Beispiel Kosten in Verbindung mit deiner Arbeit fallen künftig weg. Die meisten werden auch ihre Immobilienfinanzierung abbezahlt haben.
Dafür können natürlich Mehrkosten für z.B. Gesundheit und neue Hobbies entstehen.
Die Rentenlücke bestimmst du, indem du die zu erwartende Rente (gesetzliche Rente & bestehende private Vorsorge) und deine Wunschrente gegenüberstellst.
Ist deine Wunschrente höher als deine zu erwartende Rente, hast du eine Versorgungs- bzw. Rentenlücke. - Die richtige Lösung finden
Welche Altersvorsorge für dich die richtige ist, hängt davon ab, ob du angestellt oder selbstständig arbeitest, ob du staatliche Förderung nutzen oder lieber flexibel sparen möchtest und wie viel Zeit dir noch bis zur Rente bleibt.
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir für dich den Vorsorge-Navigator entwickelt.
Er präsentiert dir die Lösung, die am besten zu dir passt.

