Was ist Geldwäsche?
Unter Geldwäsche versteht man die Einschleusung von illegal erwirtschaftetem Geld in den legalen Wirtschafts- und Finanzmarkt.
Kriminelle Organisationen nutzen Geldwäsche, um damit die Herkunft des durch Straftaten erlangten Geldes zu verschleiern und so von unserem Rechtsstaat nicht belangt werden zu können.
Das heißt auch, dass der Staat keinerlei Steuereinnahmen durch dieses Geld vereinnahmen kann.
Kriminelle können das "schmutzige" Geld nicht einfach aufs Girokonto bei der nächsten Bank einzahlen.
Mittlerweile gibt es diesbezüglich viel Regulatorik und Banken müssen hohe Einzahlungen genau prüfen.
Solche Gelder stammen zumeist aus Drogenhandel, Prostitution, Waffenhandel, Betrug und Korruption.
Wie funktioniert Geldwäsche?
Geldwäsche in der Praxis besteht aus mehreren Phasen:
- Die Platzierungsphase
In dieser ersten Phase ist das Risiko, erwischt zu werden, am höchsten.
Das illegale Geld wird hierbei in großen Summen bei Banken eingezahlt und dann mittels Überweisung an verschiedene Kreditinstitute weitergeleitet (oft auch ins Ausland).
Allerdings passiert das zumeist nicht als Privatperson, sondern das Geld wird durch bestehende Firmen geschleust und dort als Geschäftseinnahme verbucht.
Das funktioniert besonders in Branchen, in welchen die Herkunft des Geldes sowieso schwer zurückzuverfolgen ist. (Gastronomie, Autohändler, Wettbüros, Trockenbau, etc.) - Die Verschleierungsphase
In dieser Phase wird das eingezahlte Geld durch viele Überweisungen und vermeintliche Rechnungen an verschiedene Banken (auch im Ausland) überwiesen, um die Quelle der Herkunft zu verschleiern.
Die Gelder bleiben oft monatelang in Bewegung, bis dann die dritte Phase folgt. - Die Integrationsphase
Jetzt wird das "saubere" Geld in den regulären Wirtschaftskreislauf integriert und gelangt so wieder zum ursprünglichen Straftäter zurück.
Das erfolgt ganz einfach durch den Kauf von Wertgütern oder Luxusartikeln, wie Immobilien, Autos, Schmuck, Edelmetalle oder Firmenanteile.
Der Staat versucht mittels Bargeldobergrenzen und Meldepflichten dagegen vorzugehen, allerdings gelingt dies nur moderat.
Schätzungen zufolge waschen kriminelle Organisationen jedes Jahr ca. 100 Milliarden Euro in Deutschland. Diese Zahlen machen Deutschland zu einem wahren Geldwäscheparadies.
Woher kommt der Name?
Oft wird Geldwäsche bildlich mittels einer Waschmaschine oder eines Waschsalons dargestellt und es entsteht für viele der falsche Eindruck, dass das Geld tatsächlich gewaschen wird.
Diese Darstellung hat allerdings auch einen Grund.
In Chicago stieg 1925 ein Mann namens Al Capone zum Mafiaboss auf. Dieser war verantwortlich für massenweise Prostitution, Alkoholschmuggel, illegales Glücksspiel und Schutzgelderpressung.
Um die erwirtschafteten illegalen Gelder vor den Behörden zu verschleiern, kaufte dieser Waschsalons und lies das Geld über diese Unternehmen als vermeintliche Einnahmen laufen.
Die Waschsalons machten nun also einen höheren Umsatz und das "schmutzige" Geld wurde "gewaschen".
Diesem Vorgang verdankt die Geldwäsche ihren Namen und noch heute, wenn auch etwas komplexer, nutzen kriminelle Organisationen das gleiche Prinzip.

