Kreditrahmen / Dispokredit

Ratgeber

 (2026)

5
 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp

Ein Dispokredit...
ist ein Überziehungsrahmen auf deinem Girokonto
bietet dir die Möglichkeit dein Girokonto kurzfristig zu überziehen
muss durch den Kontoinhaber bei der Bank beantragt werden
sollte nur kurzfristig und im Notfall genutzt werden
sollte niemals größer als dein Nettoeinkommen sein

Was ist ein Dispokredit?

Ein sogenannter Dispositionskredit ist eine Möglichkeit dein Girokonto bei deiner Bank zu überziehen. Also ins Minus zu gehen.

Es ist eine eingeräumte Kreditlinie, die du jederzeit nutzen kannst, ohne vorher die Genehmigung deiner Bank einholen zu müssen.

Ein Dispokredit ist ausschließlich für kurzfristige Überziehungen gedacht, deshalb ist der Zins, also die Gebühr, welche die Bank von dir für die Nutzung verlangt, auch so hoch. Zinsen in Höhe von 10% oder mehr sind hierbei keine Seltenheit.
Da Zinsen aufs Jahr gerechnet werden ist eine Disponutzung von ein paar Tagen kein Problem und auch bei hohen Zinsen nicht sehr teuer.
Allerdings solltest du niemals etwas über den Dispokredit finanzieren, wie zum Beispiel einen Urlaub, ein Auto o.ä.
Denn dann wird es richtig teuer.

Millionen von Menschen in Deutschland nutzen den Dispokredit bereits aktiv.
Gerade zu Weihnachten steigt die Disponutzung der Deutschen extrem an und das obwohl diese so teuer und ein sehr einfacher Weg in die Schuldenfalle ist.
Nützlich kann der Rahmen sein, wenn eine plötzliche und unerwartete Abbuchung von deinem Konto stattfindet und du vorher nicht für ausreichend Kontodeckung gesorgt hast. Ist diese Abbuchung berechtigt, wie z.B. eine Sepa-Lastschrift von der Werkstatt für die Reparatur letzte Woche, und du hast diese bloß vergessen wird die Lastschrift trotz unzureichender Kontodeckung ausgeführt und du hast im nachhinein noch die Möglichkeit dein Konto auszugleichen.

Wie erhält man einen Disporahmen?

Einen Dispokredit kannst du ganz einfach bei deiner Bank anfragen.
Diese prüft dann deine Bonität. Sprich ob du dir diesen auch leisten kannst.

In der Regel reichen dafür lediglich eine saubere Schufa, regelmäßige Einnahmen und ein unbefristeter Arbeitsvertrag.
Die meisten Banken bieten dir, wie eine Art Faustregel, einen Rahmen in Höhe von 3 Nettomonatsgehältern an.
Also wenn du 2.000€ im Monat netto verdienst könntest du bei deiner Bank einen Kreditrahmen in Höhe von 5.000€-6.000€ bekommen. Die Entscheidung obliegt natürlich der Bank.

Und genau da beginnt das Problem. Denn wenn man nur 2.000€ netto verdient und sich bereits mit 4.000€ im Disporahmen befindet ist es bei gleichen monatlichen Einnahmen und Ausgaben quasi unmöglich wieder aus dem Disporahmen herauszukommen.
Und genau dann beginnt die dauerhafte Nutzung und es wird richtig teuer.
Von einem Disporahmen, der höher ist als deine monatlichen regelmäßigen Einnahmen ist also abzuraten.
Für Notfälle solltest du nicht deinen Überziehungsrahmen nutzen, sondern eine Reserve in Höhe von ca. drei Nettomonatsgehältern haben. Hast du dies nicht, fange unbedingt an zu sparen und dir diese aufzubauen.
Denn das verschafft dir mehr Sicherheit, Flexibilität und Freiheit.

Bist du finanziell gut aufgestellt?

Trag dich ein und erhalte eine gratis Checkliste, um zu prüfen wie gut du finanziell dastehst.

Newsletter-Anmeldung Widget

Pflichten der Bank

Bei einer dauerhaften Nutzung des Disporahmens sind Banken dazu verpflichtet dich zu informieren und ein Beratungsgespräch anzubieten, um eine bessere und günstigere Alternative zu finden.
Nutzt du den Disporahmen für länger als 3 Monate zu mehr als 50% aus solltest du von deiner Bank einen Warnhinweis bekommen.
Ist der Disporahmen länger als 6 Monate bis zu durchschnittlich 75% ausgeschöpft ist die Bank dazu verpflichtet dir ein Beratungsgespräch anzubieten.

Kosten eines Dispokredits

Ein Dispokredit ist zunächst einmal kostenlos. Im Privaten Bereich verlangen Banken zumeist keine Bereitstellungszinsen. Also so lange du den Rahmen nicht in Anspruch nimmst zahlst du auch keine Gebühren.
Im geschäftlichen Bereich kommt es immer häufiger vor, dass Banken allein schon für die Bereitstellung des Kreditrahmens einen Zins verlangen. Dieser ist natürlich viel geringer als der eigentliche Dispozins, sollte aber dennoch berücksichtigt werden.

Zum Verständnis der möglichen Kosten eines Disporahmens hier ein Beispiel:

Dein Überziehungsrahmen beträgt 1.000€ und der Dispozins liegt bei 9,0%.
In den folgenden Beispielen gehen wir davon aus, dass du diesen komplett in Anspruch genommen hast.

Kosten für kurzfristige Nutzung:
1 Tag: 0,25€
5 Tage: 1,25€
30 Tage: 7,50€

Kosten für langfristige Nutzung:
6 Monate: 45,00€
1 Jahr: 90,00€

Manchmal hast du sogar die Möglichkeit deinen Disporahmen zu überziehen.
Also über die 1.000€ hinaus. Bist du also 1.100€ in der Überziehung fallen für die 100€ nochmal zusätzlich höhere Zinsen an.
Anstatt 9,0% zahlst du für alles über den 1.000€ jetzt beispielsweise 13,0%. Die genauen Zinsen findest du bei Banken im Preis- und Leistungsverzeichnis, welches auf der Website oder in der Filiale zu finden sein MUSS.
Die Bank unterscheidet hierbei zwischen genehmigter Überziehung (Innerhalb des Kreditrahmens) und geduldeter Überziehung (Über den Kreditrahmen hinaus). Eine geduldete Überziehung kostet nicht nur zusätzlich Zinsen, sondern verschlechtert auch deine Bonität bei deiner Bank. Möchtest du also irgendwann mal einen Kredit dort aufnehmen könnte sich das für dich negativ auswirken.
An die Schufa wird das allerdings nicht gemeldet. Der Schufa werden in diesem Zusammenhang nur Aktivitäten gemeldet, wenn das Nichtbezahlen einer offenen Forderung vorliegt. Dies ist erst dann der Fall, wenn ein durch die Bank ausgeführtes Mahnverfahren erfolglos verläuft und keine Einigung zwischen Bank und Schuldner erzielt wird.

Wenn es bei dir schon zu spät ist und du nicht mehr aus dem Disporahmen rauskommst tue folgendes:

1. Frage einen Kredit zur Umschuldung an.

Das heißt, dass du anstatt des aktuellen Überziehungsrahmens einen Ratenkredit aufnimmst.
Mit dem Geld aus dem Ratenkredit wird der Dispo ausgeglichen und du kannst den offenen Betrag monatlich Stück für Stück zu einem viel günstigeren Zins zurückzahlen.

2. Mache keine Konsumschulden!

Ein Dispo ist ausschließlich für die kurzfristige Nutzung im Ausnahmefall gedacht. Solltest du dir einen zulegen wollen, dann maximal in der Höhe deines Nettomonatseinkommens. Lieber nur die Hälfte davon oder weniger.

3. Wenn dein Geld einfach nicht reicht.

Sollte dein Geld scheinbar vorne und hinten nicht ausreichen ist das kein Grund einen Kredit oder Dispo in Anspruch zu nehmen. Denn das verschiebt dein Problem nur nach hinten und schafft dir zusätzlich finanzielle Probleme.
Mache zunächst eine Haushaltsrechnung und führe im besten Fall sogar ein Haushaltsbuch.
so bekommst du einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Diese gilt es nun zu optimieren.
Sei vernünftig und lebe nicht über deine Verhältnisse.
Manchmal bedeutet das auch in eine günstigere Wohnung zu ziehen und seine monatlichen Fixkosten zu optimieren.
Finanzielle Schwierigkeiten sorgen oft für Streit in der Beziehung oder Familie und Stress im Alltag.
Auf Dauer wirkt sich das auch auf unsere Gesundheit aus, vor allem in Bezug auf die Psyche und das Selbstwertgefühl.
In unserem Artikel "Grundlagen Finanzieller Alltag" und unserer Akademie zeigen wir dir wie du dich finanziell besser aufstellst.

Fazit

Ob ein Disporahmen für dich sinnvoll ist musst du natürlich, wie immer, selbst entscheiden.

Sinn macht ein Disporahmen nur für kurzfristige Liquiditätsengpässe.
Das kann passieren, wenn plötzlich eine unvorhergesehene Ausgabe auf dich zukommt, die du im Anschluss wieder ausgleichst.

Unserer Meinung nach ist bei Privatkunden die Möglichkeit eine dreifache Höhe deines Nettomonatsgehalts als Kreditrahmen zu erhalten und diesen sogar mit höheren Zinsen noch weiterhin überziehen zu können eine von Banken aktive Förderung der Schuldenfalle.
Genau deshalb ist finanzielle Bildung so wichtig.
Unsere Empfehlung ist daher am besten keinen Disporahmen in Anspruch zu nehmen und lieber zu versuchen sich (z.B. durch monatliches Sparen) eine Reserve aufzubauen, welche dir im Notfall zu Verfügung steht.


Warning: Undefined variable $post in /var/www/vhosts/derbanker.de/httpdocs/wp-content/plugins/oxygen/component-framework/components/classes/code-block.class.php(133) : eval()'d code on line 2

Warning: Attempt to read property "ID" on null in /var/www/vhosts/derbanker.de/httpdocs/wp-content/plugins/oxygen/component-framework/components/classes/code-block.class.php(133) : eval()'d code on line 2
Du weißt gar nicht wo du anfangen sollst?
Wir führen dich gern Schritt für Schritt durch den Finanzdschungel.
Zur MASTERCLASS
Dieser Artikel wurde verfasst von:
Feedback
Gibt es ein Thema, welches dich interessiert, über das wir jedoch noch nicht geschrieben haben?
Schreib uns!
© 2026 - GWF Gesellschaft für Wirtschafts- & Finanzbildung mbH  
  
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram