Was ist betriebliche Altersvorsorge?
Eine betriebliche Altersvorsorge lässt sich ausschließlich über deinen Arbeitgeber bewerkstelligen.
Manche Arbeitgeber bieten Altersvorsorge über den Betrieb auch von sich aus an.
Dein Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge wird von deinem Bruttolohn zum Beispiel in einen Versicherungsvertrag bezahlt. Darum kümmert sich der Arbeitgeber. Das heißt, dass auf diese Beiträge keine Sozialabgaben anfallen und auch keine Steuer entrichtet werden muss.
Deine Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge mindern also dein Einkommen und somit auch deine Steuerlast.
In der Auszahl- bzw. Rentenphase muss diese Rente dann wieder voll versteuert werden.
Ziel des Ganzen ist es, dir eine garantierte und lebenslange Zusatzrente zu ermöglichen.
Tipp!
Solltest du in einer Gehaltsverhandlung sitzen und mit deinem Wunsch einer Gehaltserhöhung einfach nicht weiterkommen, kannst du deinem Arbeitgeber auch anbieten, stattdessen einen höheren Beitrag in deine betriebliche Altersvorsorge zu zahlen.
Das bietet für beide Seiten Vorteile und ist eine souveräne Lösung in einer aussichtslosen Gehaltsverhandlung.
Für wen ist das sinnvoll?
Zunächst mal ist es wichtig, dass du verstanden hast, nicht alles nur auf die gesetzliche Rentenversicherung zu setzen, sondern noch zusätzlich vorzusorgen.
Dennoch heißt das nicht, dass die betriebliche Vorsorge die beste Art der Zusatzversorgung für dich darstellt.
Um herauszufinden, welche Altersvorsorge zu dir passt, teste am besten den Vorsorge-Navigator.
Ob diese Art der Vorsorge nun für dich geeignet ist, hängt vor allem davon ab, welche Konditionen dir der Arbeitgeber bietet (also mit welcher Versicherung er zusammenarbeitet und wie viel er dir dazuzahlt) und wie deine beruflichen Pläne aussehen.
Für die Zahlung der Beiträge gibt es zwei Möglichkeiten:
- Dein Arbeitgeber zahlt den Beitrag allein
Wenn dein Arbeitgeber von sich aus einen Beitrag in die betriebliche Altersvorsorge zahlt, ist das quasi geschenktes Geld. Das solltest du auf jeden Fall mitnehmen. Eine Verpflichtung für dich, in diese Art der Altersvorsorge einzuzahlen, gibt es nicht.
Einige Arbeitgeber bieten das von sich aus an. Der Grund ist meistens, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen.
Natürlich ist die spätere Rente auch hier einkommenssteuerpflichtig und für gesetzlich krankenversicherte fallen Abgaben an die Kranken- und Pflegeversicherung an.
Dennoch ist das für dich eine lohnenswerte Anlage, da du eine lebenslange Rente erhältst, für die du niemals etwas bezahlen musstest. - Du zahlst den Beitrag zusammen mit deinem Arbeitgeber
Möchtest du die betriebliche Altersvorsorge über deinen Arbeitgeber nutzen, kannst du dies aktiv einfordern. Denn dein Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die sogenannte Entgeltumwandlung (Umwandlung von Bruttolohn in Beitrag zur bav) durchzuführen.
Seit 2019 muss dieser sogar deinen Beitrag mit 15% bezuschussen und seit 2022 gilt das auch für bereits bestehende Verträge.
Das ist grundsätzlich auch fair, da sich der Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung einen Teil der Sozialabgaben spart, den er sonst entrichten müsste. Durch dein sinkendes Bruttoeinkommen sinkt also auch der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben.
Frage deinen Arbeitgeber doch, ob dieser nicht die ganze Ersparnis an dich weitergibt und somit deinen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge erhöht.
Wer bereits vor Antritt der Stelle weiß, dass er nur ein paar Jahre in der Firma verbleiben wird, sollte auf die Entgeltumwandlung verzichten, da man nicht weiß, was der neue Arbeitgeber anbietet. Eventuell übernimmt dieser den alten Vertrag nicht, auch wenn er die Möglichkeit dazu hätte.
Viele Arbeitgeber scheuen nämlich den Aufwand, verschiedene Verträge von verschiedenen Anbietern zu verwalten.
Worauf solltest du achten?
Voraussetzung
Um die Betriebsrente auch erhalten zu können, setzt der Gesetzgeber seit 2018 voraus, dass du mindestens 3 Jahre im Unternehmen tätig warst und bei Verlassen der Firma das 21. Lebensjahr erreicht hast.
Produktkosten
Die betriebliche Altersvorsorge ist zumeist nichts anderes als ein Versicherungsprodukt. Du solltest also dennoch vorher prüfen, wie hoch die Kosten ausfallen. Je höher die Kosten, desto niedriger später die Rente und desto mehr muss man einzahlen. In manchen Fällen machen die hohen Kosten diese Art der Vorsorge zu einer nicht lohnenswerten Anlage.
Am besten ist natürlich, wenn dein Chef den größten Anteil am Beitrag übernimmt und möglichst viel einzahlt. Das ist geschenktes Geld.
Guthaben übertragen
Solltest du den Arbeitgeber wechseln, hast du oft auch die Möglichkeit, das Guthaben aus deinem alten Vertrag in einen neuen Vertrag, den dein neuer Chef anbietet, zu übertragen.
Das ist allerdings zumeist ein Verlustgeschäft, da hier Übertragungskosten anfallen und sich die Konditionen des neuen Vertrags verschlechtern können. Überlege dir das also gut.
Im schlimmsten Fall hast du bei Rentenbeginn viele Einzelverträge mit jeweils geringen Summen angespart.
Welche Durchführungswege gibt es?
Wie oben bereits erwähnt, funktioniert die betriebliche Altersvorsorge zumeist über ein Versicherungsprodukt.
Um diese Art der Vorsorge zu nutzen, gibt es allerdings verschiedene Möglichkeiten bzw. Durchführungswege:
Die Direktzusage
Mithilfe dieses Durchführungsweges macht dir dein Arbeitgeber eine bestimmte Zusage:
Zum Beispiel 10€ Betriebsrente für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit.
Das Geld kann der Arbeitgeber zurücklegen oder einsetzen wie er es für richtig hält und beispielsweise interne Projekte finanzieren, die eine gute Rendite versprechen.
Für die gemachte Zusage haftet dein Arbeitgeber natürlich. Sie ist dir also garantiert.
Die Unterstützungskasse
Alternativ kann der Arbeitgeber die Beiträge auch an eine sogenannte Unterstützungskasse übertragen.
Diese verwaltet dann das Geld und versucht, dieses möglichst gewinnbringend anzulegen. Oft entscheidet der Arbeitgeber hierbei über die Verwendung bzw. Anlage der Beiträge, sodass diese auch als Investition in die Firma zurückfließen können.
Der Pensionsfonds
Hierbei gibt dein Arbeitgeber die Verantwortung an einen Pensionsfonds ab und zahlt die Beiträge an eben diesen. Das hat den Vorteil, dass sich dein Chef um nichts weiter kümmern muss. Ein Pensionsfonds ist in der Anlagegestaltung frei, jedoch fällt die Wahl zumeist auf klassische Aktien- und Anleihefonds.
Die Direktversicherung
Dieser Durchführungsweg funktioniert über einen Lebensversicherer und ist zumeist Arbeitnehmerfinanziert. Besonders Unternehmen, die keinem Tarifvertrag angehören, nutzen diese Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge. Für den Arbeitgeber ist dieser Durchführungsweg vergleichsweise pflegeleicht und bietet dem Arbeitnehmer die Möglichkeit der Entgeltumwandlung (also sparen aus dem Bruttogehalt). Der Arbeitnehmer erhält nach Abzug der Kosten zumeist eine garantierte Verzinsung. (Auf Kosten achten!)
Die Pensionskasse
Dieser Durchführungsweg funktioniert ebenfalls über einen Lebensversicherer. Besonders tarifgebundene Unternehmen nutzen diese Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge. Pensionskassen spezialisieren sich oft auf bestimmte Berufsgruppen und können so bessere Gruppentarife anbieten. Der Arbeitnehmer erhält nach Abzug der Kosten zumeist eine garantierte Verzinsung. (Auf Kosten achten!)
Hinweis
Die Betriebsrente ist im Falle einer Betriebsinsolvenz geschützt.
Sollte das Unternehmen, über welches du die betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hast, insolvent werden, musst du nicht um deine Betriebsrente fürchten.
Dieses Vermögen wird separiert verwahrt und über den Pensionssicherungsverein geschützt.
Für Rentenzusagen haftet dein Arbeitgeber unbegrenzt. Sollte dieser in Zahlungsschwierigkeiten geraten, übernimmt die Rente der Pensionssicherungsverein.

